Belebendes heißes Ingwerwasser, Ghee, das ayurvedische Butterreinfett, statt herkömmlicher Brat und Kochfette oder eine interessante Gewürzmischung mit Kurkuma: Wer den Ayurveda gerade erst für sich entdeckt, kann mit kleinen Dingen anfangen, um möglichst dauerhaft fit zu bleiben. Ayurveda bietet eine Fülle von Möglichkeiten, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu behandeln.

Die Frage, ob es eine wirkungsvolle Vorbeugung speziell für Krebserkrankungen gibt, ist kaum eindeutig zu beantworten, da bei der Entstehung von Krebs sehr viele Faktoren beteiligt sind. Viele Studien beschäftigen sich mit den Aspekten von Lebensgewohnheiten und dem Risiko für bestimmte Krebsarten (darunter Epic, das „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“) – und bestätigen immer wieder den Zusammenhang.

Da die Erhaltung der natürlichen Gesundheit ein Hauptanliegen des Ayurveda ist, bietet die Beschäftigung mit der Lehre zahlreiche Inspirationen. Eine Ernährung und Lebensweise, die der eigenen Konstitution entspricht, das „Feuer im Körper“, die Verdauungskraft (Agni), stärkt und die Entstehung von Stoffwechselschlacken (Ama) verhindert, gilt als Grundlage zur Vorbeugung von Krankheiten. Ein Ungleichgewicht der Doshas, der Lebensenergien Vata, Pitta und Kapha, sollte möglichst rasch erkannt und ausgeglichen werden.

Die beste Vorbeugung ist ein achtsamer Umgang mit sich selbst und anderen, um trotz aller Anforderungen des Alltags nicht aus der Balance zu geraten. Zur Prävention gehört selbstverständlich, all das, was eindeutig schadet, wegzulassen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, falsche Ernährung und Bewegungsmangel die Entstehung von Krebserkrankungen fördern.

Was bedeutet Krebs?

Krebserkrankungen begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden und werden auch in den mehr als 2000 Jahre alten Lehrschriften des Ayurveda beschrieben. Die Bezeichnung Krebs geht auf den griechischen Arzt Galen zurück, der im 2. Jahrhundert nach Christus lebte. Der Mediziner verglich die Tumoren der Brust mit einem Bild eines auf der Haut sitzenden Krebses.

Es gibt vielfältige Hinweise, dass heute die Zahl der Neuerkrankungen steigt. So kennt letztlich jeder in seinem Umfeld Menschen, die von Krebs betroffen sind. Statistisch gesehen bekommen ungefähr 45 Prozent der Menschen im Lauf ihres Lebens einen bösartigen Tumor. Die steigende Zahl ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Menschen älter werden.

Eine andere Komponente sind die sich verändernden Lebensgewohnheiten in den Industriegesellschaften, die Belastungen mit sich bringen, die die Krebsentstehung fördern können. In diesem Bereich liegen die Möglichkeiten der Prävention, die jeder einzelne nutzen kann, vor allem in Form von gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung.

Krebs ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern, die verschiedene Organe und Systeme des Körpers betreffen kann. Gemeinsam ist allen Erscheinungsformen die ungehinderte Teilung und Vermehrung von Zellen, die den Tumor quasi unsterblich macht.

Darin liegt das Unheimliche dieser Erkrankung: Wie ein Parasit breitet sich der Tumor im Körper aus und zehrt die Lebenskraft des Menschen auf. Die häufigsten Krebserkrankungen sind Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs.

Trotz Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Techniken, sind die Erfolge der Behandlung in der Schulmedizin insbesondere bei fortgeschrittenen Erkrankungen begrenzt. Auch in Kreisen der Schulmedizin setzen sich immer mehr integrative Behandlungskonzepte durch, die verschiedene Naturheilverfahren mit einbeziehen.

Die Entstehung von Krebserkrankungen aus westlicher Sicht

Bisher sind noch nicht alle Mechanismen der Krebsentstehung genau bekannt. Sicher ist bisher, dass es bei der Entwicklung von Krebs zu einem Ungleichgewicht zwischen Zellteilung und dem natürlichen Absterben von Zellen kommt, die auf genetischen Schäden beruhen. Die Signale, die diesen Prozess normalerweise regulieren, werden von den Zellen nicht mehr erkannt oder nicht mehr ausgeführt, die Zelle wird quasi unsterblich, teilt sich endlos, und das Gewebe vermehrt sich.

Damit eine so gravierende genetische Veränderung überhaupt zustande kommen kann, müssen verschiedene Gensysteme und molekulare Mechanismen verändert werden. Dieses vollzieht sich oft über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Bisher sind verschiedene Auslöser für diese Entwicklung beschrieben worden. Dazu gehören chemische Substanzen wie Asbest, physikalische Einflüsse wie UV-Strahlung und radioaktive Strahlung und einige Viren.

Krebserkrankungen aus ayurvedischer Sicht

Aus ayurvedischer Sicht ist die beste Früherkennungsmaßnahme, ein Ungleichgewicht der Doshas rechtzeitig zu erkennen und durch eine geeignete Ernährung und Lebensweise auszugleichen. Der Mensch gilt als komplexes Wesen, dessen Körper und Geist durch die Aktivität der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha in einem dynamischen Gleichgewicht erhalten werden. Sie sorgen für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen und die Kommunikation zwischen den Systemen des Körpers. Dazu gehören Verdauungssystem, Nervensystem, Atmung und Kreislauf.

Vata steht dabei für Bewegung, Pitta für Umwandlung – vor allem durch die Verdauung, Kapha für Stabilität und Aufbau. Eine Störung in der Aktivität der drei Doshas, durch übermäßige oder verminderte Aktivität von einem, zwei oder allen drei Doshas ist der Ausgangspunkt für die Entstehung von Krankheiten, das gilt aus ayurvedischer Sicht für alle Krankheiten.

Ob daraus eine heilbare Erkrankung entsteht oder eine bösartige Krebserkrankung, hängt wiederum von individuellen Faktoren wie der Konstitution, der Dauer und Anzahl der störenden Faktoren ab.

Wie kommt es zur Störung der Doshas?

Ernährung und Lebensweise, die nicht der individuellen Konstitution entsprechen, führen zu einer Störung der Doshas. Dazu trägt eine zu hohe so genannte Stressbelastung bei: zu wenig, zu viel oder gestörter Schlaf, emotionale Schwierigkeiten und die Unterdrückung von Emotionen oder ungünstige klimatische Bedingungen.

Dabei wird in der Regel das Dosha, das in der Konstitution eines Menschen am stärksten ausgeprägt ist, am leichtesten gestört. So können sich auch Tumoren in dem Bereich zuerst manifestieren, der diesem Dosha zugeordnet ist. Bei Vata wäre das der Dickdarm oder Knochen. Bei Pitta dagegen sind Leber, Magen und Dünndarm, Haut und Blut empfindsam. Bei Kapha zum Beispiel Brust, Lunge und Gebärmutter.

Die Faktoren, die die Doshas stören und die Störung selbst ziehen vor allem die Verdauung in Mitleidenschaft. Nahrung kann nicht mehr richtig verarbeitet werden, die Verdauungskraft ist geschwächt. Mit den Begriffen des Ayurveda ausgedrückt bedeutet dieses eine Schwächung des Agni. Agni ist überall im Körpers aktiv, in jeder Zelle. Kommt es auf Gewebeebene zu einer Schwächung des Agnis, wird übermäßig viel funktionsuntüchtiges Gewebe aufgebaut, ein Tumor kann so entstehen. Gleichzeitig bleiben unverdaute Nahrungsbestandteile im Körper zurück und führen zu einer Belastung mit Ama.

Dieses wirkt als Störfaktor auf verschiedene Körperfunktionen, unter anderem auf das Immunsystem, es kommt zu einer Schwächung der Widerstandskraft und Lebensenergie. Die Beeinträchtigung der Immunkraft wiederum verhindert, dass die Krebszellen erkannt und beseitigt werden, was sonst durchaus möglich wäre.

Bei Krebserkrankungen sind in der Regel alle drei Doshas im Ungleichgewicht. Die Koordination ihrer Aufgaben und die Kommunikation der Körperzellen sind gestört, so dass ernsthafte Schäden vor allem auch auf der Ebene der Gewebe entstehen.

Die gestörte Vatafunktion zeigt sich in der rasanten Zellteilung und bei der Metastasierung. Ist die Kaphafunktion gestört, führt das zu übermäßigem Gewebeaufbau. Die gestörte Pittafunktion verursacht einen gesteigerten Stoffwechsel in den Tumorzellen und seinem aggressiven Durchdringen des umliegenden Gewebes. So zeigt sich im Tumor eine gesteigerte Aktivität der Doshas und des Stoffwechsels, der übrige Organismus leidet unter Energiemangel. Gewichtsverlust und Erschöpfung sind Symptome dieses Mangels.

Die Störung aller drei Doshas führt zu einem massiven Ungleichgewicht im gesamten Organismus. Nicht nur die körperliche Ebene ist betroffen, die gestörte Kommunikation betrifft den gesamten Menschen – und das Gefühl des Einsseins mit sich selbst ist auf tiefster Ebene gestört.

Wenn Menschen die Diagnose Krebs erfahren, löst dieses in der Regel immer eine existentielle Angst und Verstörung aus, zumal die bedrohliche Veränderung vom eigenen Körper ausgeht und alle Behandlungsoptionen ebenfalls beängstigend und mit großer Unsicherheit bezüglich des Erfolgs belastet sind. Eine vertrauensvolle Begleitung durch Familie, Freunde, Ärzte und Therapeuten ist ein ganz wichtiger Teil der Therapie.

Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik

Da die Entwicklung der Krankheit häufig über Jahre geht, ist es bei einigen Krebsarten möglich, frühe Stadien durch geeignete Untersuchungen zu entdecken. Dieses hat zur Entwicklung entsprechender Früherkennungsprogramme geführt. In Deutschland werden diese Angebote von den gesetzlichen Krankenkassen für Gebärmutterhals-, Brust-, Prostata- und Darmkrebs durchgeführt.

Das Problem der Früherkennungsuntersuchungen ist, dass so lediglich frühe Stadien einer Krebserkrankung entdeckt werden können, die Krankheit jedoch hat sich allerdings unter Umständen schon manifestieren können. Es gibt auch nicht für alle Krebserkrankungen geeignete Früherkennungsuntersuchungen. Wichtige Verfahren in der Diagnostik sind bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie, Kernspin, Endoskopie (zum Beispiel Darmspiegelung). Blutuntersuchungen sind weniger aussagekräftig, nur in der Erkennung des Prostatakarzinoms gibt es einen wegweisenden Marker (PSA).

Therapiemöglichkeiten

Die Rate der Heilungen von Krebserkrankungen liegt bei zirka 50 bis 60 Prozent. Diese Zahl scheint sich in den vergangenen 20 Jahren nicht viel verändert zu haben, obwohl angestrengt daran gearbeitet wird.

Als Ursache wird eine Zunahme der Mamma-, Bronchial- und Kolonkarzinome gesehen. Diese sind in fortgeschrittenen Stadien in der Regel nicht heilbar. Bei malignen Erkrankungen wird vor Beginn der Therapie das Ziel definiert, das als erreichbar gilt. Dieses kann eine Heilung durch Entfernung oder Zerstörung aller Tumorzellen sein, allerdings unter Inkaufnahme von belastenden Nebenwirkungen bis hin zum therapiebedingten Tod im Einzelfall.

In den meisten Fällen ist die Operation zur Entfernung des Tumors die erste Maßnahme, wenn Art und Lokalisation es zulassen. Auch wenn eine Therapie so schnell wie möglich erfolgen sollte, ist nach Bekanntwerden der Diagnose genug Zeit, um überlegt und ohne Hast zu handeln. Sinnvolle unterstützende Therapien können bereits begonnen werden, um Körper, Psyche und Immunsystem zu stärken. Ein zweites Verfahren ist die Bestrahlung, die lokal erfolgt. In den meisten Fällen wird sie nach der Operation eingesetzt, aber auch in bestimmten Fällen vor und während einer Operation.

Als drittes Verfahren ist die Chemotherapie zu nennen. Die in der Chemotherapie verwendeten Substanzen verhindern oder verzögern die Zellteilung. Zytostatika wirken bevorzugt auf Tumorzellen, da diese sich schneller teilen als gesunde Zellen. Aber sie haben auch auf gesunde Zellen eine Auswirkung, insbesondere auf die Körperzellen, die sich häufig teilen, wie Zellen der Haarwurzeln, der Schleimhäute und des Knochenmarks (Bildung von Blutkörperchen und Immunzellen). Einige Tumorzellen sind auch resistent gegenüber Zytostatika, daher werden in der Regel mehrere Mittel miteinander kombiniert.

Die Nebenwirkungen der genannten Therapien sind für die Patienten sehr belastend. Durch eine geeignete ayurvedische Begleitung können sie häufig abgemildert werden. Die Unterstützung könnte mit einer ayurvedischen Ernährung beginnen, die durch warme, mild gewürzte und frisch zubereitete Speisen Kraft spenden kann.

Einige Heilpflanzen des Ayurveda können individuell ausgewählt die Verdauungskraft stärken, die Übelkeit lindern und den Gewichtsverlust begrenzen. Insbesondere Ashvagandha und Guduchi sind hier zu nennen, diese Pflanzen haben gleichzeitig auch eine immunstärkende Wirkung. Die Therapiemöglichkeiten des Ayurveda für die Behandlung von Krebserkrankungen beinhalten traditionell zum Teil ganz ähnliche Ansätze wie die Schulmedizin. Bei fortgeschrittenen Tumoren war auch vor mehr als 2000 Jahren bereits die Chirurgie gefragt. Die chirurgische Therapie bestand in der operativen Entfernung des Tumors und der Nachbehandlung zur Wundheilung. Nach der Operation wurde die Wunde auch oft verätzt, damit keine Krebszellen übrigblieben. Dieses könnte man mit der heute üblichen Bestrahlung vergleichen.

Viele pflanzliche und mineralische Präparate wurden ebenfalls zur Behandlung eingesetzt. Bei einigen in der ayurvedischen Krebstherapie eingesetzten Pflanzen konnte inzwischen eine wachstumshemmende Wirkung auf Tumoren nachgewiesen werden wie zum Beispiel bei Guduchi und Bhallataka.

Ein wichtiger Stellenwert in der Behandlung kommt den ausleitenden Therapien des Ayurveda zu, die vor allem im Rahmen von Panchakarma Kuren eingesetzt werden und bei gravierenden Störungen der Doshas sehr effektiv sind.

Ein Fallbeispiel für Vorbeugung aus ayurvedischer Sicht

Katrin K. stellte sich vor fünf Jahren zum ersten Mal zur ayurvedischen Konsultation vor. Sie war zu dem Zeitpunkt 53 Jahre alt und litt unter anhaltender Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden mit Verstopfung, lauten Darmgeräuschen, Blähungen und Unverträglichkeit von fetten Speisen, Milch und Rohkost. Außerdem litt sie unter Hitzewallungen und Trockenheit der Haut und Schleimhäute.

Zunächst hatte Sie ihre Beschwerden auf die Wechseljahre zurückgeführt, machte sich aber zunehmend Sorgen, da in der Familie Darmkrebs und Brustkrebs aufgetreten waren. Daher nahm sie auch regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen teil, die bisher unauffällig waren. Nur bei einer Darmspiegelung war ein gutartiger Polyp aufgefallen und entfernt worden.

Katrin K. ist eine zierliche Frau, die gern tanzt. Ihre Konstitution ist stark vatabetont. Da sie beruflich und privat sehr gefordert ist, kommen regelmäßige Mahlzeiten und Entspannung oft zu kurz.

Nach der Konsultation befolgte sie die Empfehlungen zur vataausgleichenden Ernährung mit regelmäßigen, warmen, leichten Mahlzeiten. Sie schätzt ayurvedische Gewürze und hatte keine Probleme, reichlich Kurkuma in der Küche zu verwenden. Kaltgepresste Pflanzenöle und frische, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte mit grünen Kräutern am Vormittag gehörten dazu.

Eine Therapie mit agnianregenden und verdauungsstärkenden Kräutern half gegen die Verdauungsbeschwerden. Auch die Wechseljahrsbeschwerden und die Erschöpfung besserten sich mit Hilfe von ayurvedischen Präparaten. Als es nach fünf Jahren in einer Phase erhöhter beruflicher Belastung nicht mehr möglich war, die Ernährung konsequent durchzuführen und es erneut zu starken Magen- Darm-Beschwerden und Erschöpfung kam, wurde eine Darmspiegelung durchgeführt, es fand sich wieder ein Polyp, der jedoch wieder gutartig war.

Die Patientin reduzierte nach dem Befund ihre berufliche Belastung, setzte wieder ihre Ernährungsempfehlungen um und nahm erneut ayurvedische Heilpflanzen zur Unterstützung. Sie fühlte sich damit kurzfristig wohler und hatte ein gutes Gefühl dabei, dass sie langfristig selbst etwas zur Vorbeugung einer Krebserkrankung beitragen konnte.

Einige konkrete Empfehlungen, die in der Vorbeugung und Gesunderhaltung sinnvoll sind:

Ernährung: Die Ernährung sollte der individuellen Konstitution entsprechen. Sinnvoll ist es, sich von einem erfahrenen Ayurveda-Spezialisten individuell beraten zu lassen. Essen Sie möglichst viel frisches Obst und Gemüse der Region aus biologischem Anbau, sowie Getreide, Hülsenfrüchte und ausreichend kaltgepresste, pflanzliche Öle und Ghee. Eine überwiegend vegetarische Ernährung ist zu bevorzugen.

Die meisten Menschen vertragen gedünstete, warme Gemüse besser als Rohkost. Auch frisch gepresste oder pürierte Obst- und Gemüsesäfte sind für empfindliche Menschen geeignet. Unter den Früchten ist der Granatapfel besonders hervorzuheben, der eine immunstärkende und schützende Wirkung hat, außerdem die blauen Weintrauben und Himbeeren. Obst sollte immer getrennt von anderen Nahrungsmitteln gegessen werden. Bei den Gemüsen sind zum Beispiel Kohlsorten, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, Radieschen und rote Beete gut für die Prävention.

Gewürze verfeinern nicht nur den Geschmack, sie regen auch die Verdauungskraft Agni an und machen das Essen bekömmlicher. Für Vata sind Kreuzkümmel, Asafoetida und Ingwer besonders zu empfehlen, für Pitta sind es zum Beispiel Koriander, Fenchel und Kreuzkümmel, für Kapha darf es etwas feuriger sein mit schwarzem Pfeffer, Senfkörnern und Ingwer. Salz ist sparsam zu verwenden, am besten ist Steinsalz. Einige Gewürze haben nachweislich positive Wirkungen für die Prävention von Krebserkrankungen. Dazu gehört vor allem Kurkuma (Gelbwurz), das in keiner Curry-Mischung fehlen darf und inzwischen auch in modernen Studien untersucht wurde und in seiner krebshemmenden Wirkung bestätigt wurde.

Frischer Ingwer, auch als Ingwerwasser zum täglichen Genuss zu empfehlen, ist das Universalmittel unter den Gewürzen und hat immunstärkende Wirkung.

Das wichtigste Getränk ist gutes Quellwasser, aber auch für den Grünen Tee gibt es gute Nachweise für seine krebshemmende Wirkung.

Führen Sie regelmäßige Entlastungstage, zum Beispiel einmal in der Woche durch, an denen sie ausschließlich Mungobohnensuppe oder Gemüsesuppe essen. Das hilft, der Ansammlung von Ama vorzubeugen und den Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.

Meiden Sie die im Ayurveda als unvereinbar geltende Kombination von frischem Obst mit Milch oder Milchprodukte mit anderen Eiweißträgern wie Fleisch, Fisch, Ei oder Hülsenfrüchte.

Lassen Sie Nahrungsmittel weg, die konserviert, aufgewärmt oder anderweitig stark bearbeitet wurden. Auch die Mikrowelle sollten Sie ausrangieren, denn sie zerstört die lebendigen Strukturen der Nahrung und macht sie schwer verdaulich.

Die heute vielzitierte Work-Life-Balance ist im Ayurveda ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung. Auch der Geist braucht die richtige „Nahrung“, zu viele oder belastende Eindrücke und Erfahrungen sind gerade heute ein Problem, viele Menschen stehen unter ständiger Reizüberflutung und Druck, da sie ständig “online“ sind oder beruflich sein müssen.

Stärken Sie hier ihre mentale Abwehrkraft, nicht alles ist wichtig, entwickeln Sie Achtsamkeit und trauen Sie Ihrer Intuition zu unterscheiden, was für sie wirklich wichtig ist. Denn dauerhafter Stress ist ein Auslöser für inneres Ungleichgewicht.

Tägliche Bewegung ist wichtig, es muss nicht das Fitnessstudio sein, Sie können auch alltägliche Wege zu Fuß oder mit dem Rad erledigen, schon 20 bis 30 Minuten pro Tag sind gut.

Lassen Sie sich Zeit für die Entspannung, nicht nur Nahrung muss verdaut werden, sondern auch all die vielen Eindrücke und Erfahrungen, mit denen Sie täglich konfrontiert werden. Yoga ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung. Die Übungen des Yoga verbinden Körper, Geist und Atem, sie stärken die Lebensenergie und das Immunsystem. Auch für Menschen, die an Krebs erkrankt sind, bieten sie Hilfe und in der Yogatherapie auch heilsame Unterstützung.

Yoga ist mehr als Bewegung und Entspannung, die Yogaphilosophie kann helfen, neue Lebensperspektiven zu finden. Über die Meditation, traditionell auch ein Teil des Yoga, können Sie immer wieder bei sich selbst ankommen, einen inneren Raum finden, der von Stress und Leid frei ist.

Für die individuelle Prävention kann auch die Einnahme ayurvedischer Heilkräuter sinnvoll sein. Diese sollten jedoch individuell durch einen Ayurvedamediziner ausgewählt werden.

Die Panchakarma-Kur, die große Reinigungskur des Ayurveda, die traditionell über mehrere Wochen durchgeführt wird und eine sorgfältige Vorbereitung und Nachbereitung braucht, ist sinnvoll in der Vorbeugung, aber auch in der Behandlung von Krebserkrankungen. Bei dieser Kur werden durch die Ausleitungsverfahren (therapeutisches Erbrechen, Abführen, Darmeinläufe, Ausleitung über die Nase) die drei Doshas wieder ins Gleichgewicht gebracht, Schadstoffe und überflüssige Abfallprodukte werden ausgeleitet, die Gewebe können sich regenerieren, alle Systeme und Funktionen des Körpers und Geistes werden in ihrer Regulationsfähigkeit gestärkt.

Der Ablauf und die Auswahl der Verfahren müssen immer individuell ausgewählt werden. Auch kleinere Kurmaßnahmen, die sich vom Zeitumfang besser mit dem modernen Alltagsleben vereinbaren lassen, sind hilfreich. Dabei können einzelne Ausleitungsverfahren in milderer Form in Kombination mit äußeren Anwendungen wie z.B. verschiedenen Massagen ausgewählt werden.

Lassen Sie sich vom Ayurveda anregen und finden Sie heraus, was Ihnen wirklich gut tut und was Sie im Gleichgewicht hält. So können Sie unter Umständen selbst schweren Krankheiten vorbeugen.

Dieser Artikel stellt kein Heilversprechen dar!

Ayurveda Journal 36 · Seite 18 – 23

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