Effektives Stressmanagement mit Ayurveda (Teil 2)

Inhalt:
Der Stresstest (Teil 1)
Essen gegen Stress
Ayurvedische Ernährungstipps gegen Stress

Sie können gleichzeitig leistungsfähig, motiviert, erfolgreich und gesund sein – trotz Stress. Es geht für Sie nicht darum, Stress zu vermeiden. Sie sollen und können vielmehr lernen, die richtige Stressbalance zu finden und den Stress als positiven Antrieb, Partner, vielleicht sogar als Freund zu nutzen. Stressbewältigung im Sinne von Ayurveda und Yoga bedeutet immer auch weise Lebensführung passend zur eigenen Konstitution.

Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall. Man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.” (Seneca)

Für eine gute Stressbewältigung sind gute körperliche und psychische Grundlagen und ein gutes Stressmanagement notwendig. Zu einer guten Stressbewältigung im ayurvedischen Sinne gehören die 10 Säulen der Stressbewältigung:

  1. Eine gesunde, vollwertige Ernährung entsprechend der eigenen Konstitution
  2. Eine gute körperliche Fitness
  3. Ein Leben in der Gegenwart (hier und jetzt)
  4. Eine Verbesserung des Selbstwertgefühls und der bewussten Wahrnehmung
  5. Aktive, positive Zielsetzung (siehe Teil 1)
  6. Positive soziale Kontakte
  7. Gute Planung und Vorbereitung aller Aktivitäten
  8. Erlernen schneller Stresslöser (Atemmentale Techniken)
  9. Eine gute Regeneration (Ayurveda-Yoga, Sport und Bewegung) Ayurveda-Massagen, ayurvedische Kräuter und etc.)
  10. Eine gute passive Regeneration (guter Schlaf)

Essen gegen Stress durch ayurvedische Ernährung

Die richtige Ernährung für die eigene Konstitution ist im Ayurveda die Grundlage der Gesundheit und damit auch die grundlegende Säule einer guten Stressbewältigung. Das Wort „Lebens-Mittel“ zeigt uns deutlich den Wert und die Wichtigkeit einer guten Ernährung.

Nahrungsmittel können Stimmungen beeinflussen.
Häufig besteht auch ein Zusammenhang zwischen der Stimmungslage und der Art der Nahrungsmittel. Nahrungsmittel können anregend oder beruhigend wirken usw.. Ersetzen Sie Torten, Nüsse, Chips oder Popcorn durch Obst und Gemüse. Beißen Sie hier Stress und Ärger hinein.

SattvaRajasTamas
Eigenschaftenvoll Energie, aktiv, fair, zielstrebig, mutig, ausgeglichen, stabil, maßvollüberehrgeizig, gestresst, überaktiv, unfair, gereizt, aggressiv, grausam, intolerant, instabil, unberechenbarziellos, ohne Energie, faul, träge, hinterhältig, feige, passiv, unbeweglich, gierig
Nahrungsmittel, welche die Eigenschaft vermehrenfrisch, saftig, süß (Kohlenhydrate), nahrhaft, reich an ungesättigten Fettsäuren (v.a. Omega-3-Fettsäuren)unnötig viel Fett, zu scharf, zu salzig, blutig, viel Koffein, zu viel Alkoholalt, zu trocken, konserviert, verkocht, sehr viele schlechte Fette (gesättigte Fettsäuren)
Beispiele für NahrungsmittelWeizen, Reis, Milch, Gemüse, Früchte, Nüsse, Rohzucker, Honig, gute Öle, etc.Zuviel scharfe Gewürze, viel rotes Fleisch (insbes. roh), zuviel Alkohol, zuviel Kaffee, etc.Konserven, WUrst, geräuchertes Schweinefleisch, etc.

Essen Sie nach Ayurveda sattvisch!
Sattva beschreibt im Ayurveda und im Yoga alle positiven psychischen Eigenschaften. Und diese Merkmale sind es auch, die einen erfolgreichen, beliebten Menschen ausmachen. Die nicht erwünschten psychischen Eigenschaften sind Rajas du Tamas. Diese Eigenschaften sind es, die Erfolglosigkeit, Unbeliebtheit, fehlende Stressbalance, gesundheitliche Störungen bis hin zu Gesundheitsschäden mit verursachen können.

14 wichtige Ernährungstipps zum Stressabbau

Es gibt keine Ernährungsweise, die für jeden Menschen richtig und gut ist. Strenge Diäten sind unsinnig, nehmen dem Essen jedes Vergnügen und den stressabbauenden Effekt. Mir einigen Basisempfehlungen lässt sich aber schon einiges erreichen:

  1. Essen Sie mehr gekochtes Gemüse und Obst. Sie versorgen den Körper dadurch mit Nährstoffen, Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien usw.
  2. Essen Sie frische oder frisch zubereitete Nahrungsmittel.
  3. Verwenden Sie mehr vollwertige Nahrungsmittel z.B. Vollkornprodukte. Stress verbraucht neben Nährstoffen besonders die B-Vitamine, die Antistress-Wirkung besitzen. 
  4. Sorgen Sie für ausreichende Vitaminversorgung. Unter Stress wird das Immunsystem stark beansprucht. Die Menge freier Radikale, die unsere Zellwände schädigen, ist erhöht.
  5. Die Versorgung mit Spurenelementen muss gesichert sein. Ein Mangel führt zu Zellschäden, Problemen in Stoffwechsel, Gehirnfunktion, Immunabwehr usw.
  6. Optimieren Sie die Mineralstoffversorgung. Magnesium ist z.B. notwendig zur Entspannung unserer Muskulatur kann effektiv arbeiten.
  7. Meiden Sie größere Mengen kurzkettiger Kohlenhydrate! Kurzkettige Zucker führen nach einem Blutzuckeranstieg und einem anfänglichen Energieschub über die Gegenregulation (Insulin) zu einem deutlichen Abfall des Blutzuckerniveaus evtl. bis zur Hypoglykämie (Unterzucker). Die Leistungsfähigkeit ist dann herabgesetzt, die Stimmung in Richtung Missmut und Depression verändert.
  8. Eiweiß ist wichtig – Zuviel ist unnötig! Knapp 1g pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag sind ideal, 0,5g pro Kilogramm sind der Minimalbedarf. Denken Sie an Hülsenfrüchte (Dal), als wertvolles pflanzlichen Eiweiss.
  9. Essen Sie weniger tierische Fette (außer Fisch)! Maximal 25 – 30% der täglichen Kalorienzufuhr. Achten Sie besonders auf Omega-3-Fettsäuren, die in guten Ölen wie Lein-, Raps- oder Sojaöl, in Hülsenfrüchten und Nüssen zu finden sind. Omega-3-Fettsäuren machen „Nerven wie Drahtseile“.
  10. Vermindern Sie den Alkoholgenuss! Das angenehme Gefühl durch Endorphinfreisetzung ist auch anders zu erreichen (z.B. durch Yoga, Sport, Entspannung und sattvisches Essen).
  11. Vermeiden Sie Nikotin!
  12. Reduzieren Sie den Koffeingenuss! Koffein wirkt zwar anregend, fördert die Konzentration und Kreativität und verbessert die Stimmung. Aber nur, wenn in Maßen genossen.
  13. Trinken Sie genügend! 1,5 bis 2 Liter heißes Wasser oder ayurvedischen Tee pro Tag sollten es schon sein.
  14. Essen Sie regelmäßig und genießen Sie das Essen.

Ausgewählte ayurvedische Nahrungsergänzung zur Stressbewältigung

  1. Amalaki (Emblica officinalis) Chyavanprash (Amla-Mus). Gut bei jeder Art von Stresssymptomen; wirkt appetitanregend, stoffwechselanregend, fiebersenkend, blutbildend, abwehrsteigernd, verjüngend und entzündungshemmend. Außerdem verbessert Amalaki die Leistung von Gehirn, Nervensystem und Sinnesorganen und den Zustand von Haut und Haaren.
  2. Amrita = Guduci (Tinospora cordifolia).
    Besonders gut bei Stresssymptomen des Magen-Darmtraktes, der Gelenke und der Leber; wirkt krampflösend auf glatte Muskulatur, blutreinigend , verjüngend, abwehrsteigernd, entzündungshemmend, abschwellend und fiebersenkend. 

Erschienen im Ayurveda Journal 23

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Das Ayurveda Journal beschäftigt sich in dieser Ausgabe als Titelthema mit dem Schwerpunkt “Ayurveda und Ökologie”.

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