Das metabolische Syndrom ist der wichtigste Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen und eine Reihe anderer Zivilisationskrankheiten. Seine Verbreitung hat den Charakter einer modernen Seuche. Ayurveda bietet effiziente therapeutische Ansätze, um dem metabolischen Syndrom entgegenzuwirken.

Der Anfang des metabolischen Syndroms

Petra Müller (Name von der Redaktion geändert) ist Mitte 40. Sie arbeitet in gehobener Stellung. Ihr Job ist anspruchsvoll. Überstunden, Stress, unregelmäßiges Essen und Bewegungsmangel haben ihre Spuren hinterlassen. Zudem hat Petra Müller einen Diabetes, um den sie sich aber nicht kümmert. Sie fühlt sich zunehmend erschöpft.

Wie viele andere leidet Petra Müller unter dem metabolischen Syndrom. Laut der Abteilung für medizinische Statistik der Uni Köln sind bei älteren Personen 66 % der Männer und 51 % der Frauen übergewichtig, bei 50 % lässt sich eine Hypertonie feststellen, bei 35 % bis 45 % ein manifester Diabetes.

Das metabolische Syndrom, häufig als tödliches Quartett bezeichnet, wird durch die Kombination von vier Faktoren charakterisiert: Abdominelle Fettleibigkeit, Hypertonie, erhöhte Blutfette und Insulinresistenz als Vorstufe des Typ-2 Diabetes. Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung des metabolischen Syndroms sind Überernährung und Bewegungsmangel.

Das moderne Leben: Überernährung und Bewegungsmangel

Bin auch ich gefährdet? Die einfachste Methode, um das Risiko für ein metabolisches Syndrom festzustellen, ist die Messung des Bauchumfangs. Sie gibt Auskunft über das Ausmaß der Fettansammlung im Bauchraum, die grundsätzlich am Anfang der Entwicklung steht. Bei Männern beginnt das Risiko ab 84 cm, bei Frauen ab 80 cm. Liegt der Bauchumfang bei Männern über 102 cm und bei Frauen über 88 cm, besteht ein stark erhöhtes Risiko.

Sucht man nach einem gemeinsamen Nenner für die einzelnen Komponenten des metabolischen Syndroms, dann stößt man auf die Kohlehydrate und das Insulin.

Weißmehl und Zucker – die Appetitmacher

Zu den Kohlehydraten zählen neben dem Zucker hauptsächlich die Kartoffel und alle Getreidearten und Getreideprodukte wie Nudeln oder Brot. Sie werden im Stoffwechsel zu Traubenzucker abgebaut. Während noch vor 200 Jahren Zucker eine Seltenheit war und Getreide als volles Korn verwendet wurde, haben sich in den letzten Jahrzehnten die Ernährungsgewohnheiten dramatisch verändert. Zucker findet sich nicht nur in großen Mengen in Süßigkeiten, Konditoreien und Softdrinks, sondern dient der Geschmacksregulierung in so unterschiedlichen Produkten wie Senf, Würstchen oder Ketchup. Gleichzeitig werden die Getreide ausgemahlen und in Form von weißem Mehl weiterverarbeitet.

Das Übermaß von „nackten Kohlehydraten“ in Form von Zucker und weißem Mehl in der Ernährung dürfte die wichtigste Ursache für die rasante Ausbreitung des metabolischen Syndroms sein. Denn weißes Mehl und Zucker werden wesentlich schneller verdaut als Vollkornprodukte. Dadurch kommt es zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckers. Der Organismus reagiert darauf mit einer überschießenden Ausschüttung an Insulin. Der Zuckerspiegel sinkt so rasch ab, dass die Gefahr eines Unterzuckers entsteht. Und der Unterzucker führt wiederum zu einem starken Verlangen nach Kohlehydraten und zwar nach Kohlehydraten, die schnell vom Blut aufgenommen werden, sprich Süßigkeiten oder Weißmehlprodukte.

Hier entsteht ein Teufelskreis. Jede kohlehydratreiche Mahlzeit führt zum Hunger auf noch mehr Kohlehydrate. Und jedes Mal reagiert die Bauchspeicheldrüse mit einer überhitzten Insulinausschüttung. (Abb.1) Und nun tritt ein weiterer ungünstiger Mechanismus in Kraft.

Risikofaktor: Zu hoher Insulinspiegel

Die hohen Insulinspiegel führen dazu, dass die Zellen gegenüber dem Insulin langsam abstumpfen. Man kann das mit den Augen vergleichen. Im hellen Sonnenlicht reagieren sie mit einer Verengung der Pupillen. Sie werden dadurch gegenüber dem Licht unempfindlicher. Das gleiche geschieht mit den Zellen. Sie werden gegenüber der zunehmenden Konzentration des Insulins resistent. Das führt nun dazu, dass die Bauchspeicheldrüse für die gleiche Wirkung vermehrt Insulin produzieren muss. Und damit nimmt die Insulinresistenz weiter zu. Damit haben wir einen zweiten Teufelskreislauf, der so lange weiter läuft, bis die Bauchspeicheldrüse erschöpft und ein Diabetes mellitus entsteht. (Abb.2) Das Widersprüchliche ist hier, dass die Ursache des Altersdiabetes in erhöhten Insulinspiegeln und der damit verbunden Insulinresistenz liegt. Und die hohen Insulinspiegel bedingen zu einem wesentlichen Teil die einzelnen Komponenten des metabolischen Syndroms.

Die Folgen eines erhöhten Insulienspiegels:

Übergewicht

Das Insulin zählt zu den anabolen (aufbauenden) Hormonen und führt zu einer Einlagerung von Kohlehydraten, Fett und Eiweiß in den Zellen. Es ist damit eine wichtige Grundlage von Wachstum. Im Übermaß macht es dagegen dick. Die meisten Fälle von Übergewicht lassen sich auf übermäßigen Kohlehydratkonsum und damit erhöhtem Insulinspiegel zurückführen. Insulin bremst weiterhin die Schilddrüse und fördert auch auf diesem Weg Übergewicht und Störungen des Fettstoffwechsels.

Entzündungsneigung

Überschüssige Kohlehydrate werden in Fett umgebaut. Gleichzeitig verändert das Insulin den Fettstoffwechsel der Leber, so dass Blutfette und LDL-Cholesterin ansteigen, während das HDL-Cholesterin sinkt.

Erhöhte Blutfette

Das Insulin modifiziert ebenfalls den Stoffwechsel der mehrfach ungesättigten Fettsäuren und verändert das Gleichgewicht zwischen den omega-3 und omega-6-Fettsäuren. Dadurch steigt die Entzündungsneigung im Organismus, wodurch sich die Gefahr der koronaren Herzerkrankung weiterhin erhöht.

Erhöhter Blutdruck

Als anaboles Hormon stimuliert Insulin das Wachstum der Gefäßmuskulatur und vermindert die Ausscheidung von Natrium, wodurch sich das Blutvolumen erhöht. Beide Faktoren lassen den Blutdruck steigen.

Altersdiabetes

Schließlich führt die wachsende Insulinresistenz in den Altersdiabetes.

Regelmässige Bewegung: Training für Muskeln und Stoffwechsel

Der Körper kann überschüssigen Zucker in Form von Glykogen in Muskulatur und Leber speichern. Die Leber kann 100 – 150 g aufnehmen, die Muskulatur ca 250 g. Sind die Glykogenspeicher voll, wird Zucker in Fett umgebaut. Bei Sport und Bewegung werden zunächst die Glykogenvorräte verbrannt. Sie sind nach etwa 90 Minuten intensiver Bewegung aufgebraucht. Anschließend steigt der Körper auf Fettverbrennung um. Wer sich also regelmäßig bewegt, kann große Mengen an Zucker in der Muskulatur und Leber speichern. Wichtig dabei ist, dass die Speicherung des Glykogens ohne die Mitwirkung von Insulin erfolgt. Nach einer langen Wanderung können also einige 100 g an Kohlehydraten in die leeren Speicher verlegt werden, ohne dass dabei die Bauchspeicheldrüse aktiviert werden muss. Umgekehrt führt Bewegungsmangel dazu, dass die Muskeln kein Glykogen verbrauchen und darüber hinaus ihre Fähigkeit zur Speicherung zunehmend einbüßen.

Das metablosiche Syndrom aus Sicht des Ayurveda

Der Ayurveda betrachtet die Welt in Form von 5 Elementen und deren dynamische Prinzipien, den drei Doshas. Beim metabolischen Syndrom sind das Wasser- und Erdelement (Kapha) verstärkt, während das Feuerelement (Pitta) in der Regel reduziert ist. Raum und Luft (Vata) sind ebenfalls vermindert. Diese Situation führt auf der Ebene der Gewebe in erster Linie zu einer Anregung von Rasa und dem Fettgewebe.

Damit ist das therapeutische Vorgehen bereits abgesteckt. Kapha lässt sich durch eine Einregulierung der Ernährung, vermehrte Bewegung und Entschlackung reduzieren. Die gleichen Maßnahmen unterstützen Vata und stärken Pitta.

Bevor man jedoch mit der Therapie beginnt, sollte man die Stressbelastung abklären. Unregelmäßige Ernährung, Junkfood, Süßigkeiten und Bewegungsmangel sind häufig ein unzureichender Versuch, Stabilität und innere Ruhe zu fördern. In diesen Fällen wäre es ungünstig, unmittelbar mit einem Programm der Kaphareduktion und Vatastärkung zu beginnen. Vielmehr muss zunächst die Stresssymptomatik abgebaut werden.

Kapha reduzieren – durch ausgewogene Ernährung

Zwischen einer ausgewogenen ayurvedischen Ernährung und modernen Essgewohnheiten liegen oft Welten bzw. 3.000 Jahre an Entwicklung. Sie soll anhand der Kohlehydrate kurz beleuchtet werden.

Getreide wird seit ca. 8.000 Jahren angebaut, eine kurze Zeit, verglichen mit der gesamten Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Seit etwa 200 Jahren wird Getreide zu weißem Mehl ausgemahlen. Zucker ist in Europa zwar seit 1400 bekannt, die industrielle Zuckerherstellung aus der Zuckerrübe begann jedoch erst vor 2 Jahrhunderten. Seither ist der Zuckerkonsum um das 15-fache gestiegen! Der menschliche Stoffwechsel ist an diese Entwicklung in keiner Weise angepasst. Die Geschmacksrichtung „süss“ hatte also vor 3.000 Jahren eine völlig andere Bedeutung als heute.

Gerade Vegetarier, die sich gesund ernähren wollen, tappen häufig in die Kohlehydratfalle. Deshalb sollte der überwiegende Teil der Kohlehydrate in vollwertiger Form gegessen werden. Die geschlossene Faust ist dabei ein guter Anhaltspunkt für die Größe einer Portion. Vollkornprodukte werden langsamer verdaut, wodurch der Zuckerspiegel langsamer ansteigt. Diese Tatsache drückt sich im glykämischen Index bzw. der glykämischen Last aus. Sie sind ein Maß, wie schnell Kohlehydrate vom Darm ins Blut gelangen. Theorie und Praxis sind bei Montignac und Grillparzer sowie im Internet beschrieben.

Eine andere problematische Entwicklung ist die veränderte Zusammensetzung von Fetten der Nahrung. Beispielhaft dafür stehen die omega-3-Fettsäuren. Sie schützen die Gefäße, senken den Blutdruck, verbessern die Blutfette, verhindern Entzündungen und stabilisieren den Blutzucker. Moderne Ernährung führt zu einem Mangel an omega-3-Fettsäuren. Beim metabolischen Syndrom dagegen gehören sie zum Pflichtprogramm. Sie sind enthalten im Leinöl, Rapsöl, Hanföl und Meeresfisch aus kalten Gewässern (Lachs, Hering etc.). Werden die omega-3-Fettsäuren über die Nahrung nicht genügend zugeführt, kann die Einnahme von Fischölkapseln sinnvoll sein.

Gemüse und Salate aus konventionellem Anbau weisen immer niedrigere Werte für Mineralien, Spurenelemente, Vitamine und Antioxidantien auf. Andererseits führt die prädiabetische Stoffwechsellage beim metabolischen Syndrom zu einem höheren Verbrauch an Vitalstoffen. Wer also nicht 100% Zugriff auf vollwertige und biologische Nahrungsmittel hat, sollte sich mit dem Gedanken an ein Vitamin- und Mineralienpräparat anfreunden. So verbessern Mineralien wie Chrom, Zink oder Vanadium den Zuckerhaushalt, die B-Vitamine haben eine Schlüsselstellung im gesamten Stoffwechsel, Vitamin C und Alpha-Lipon- Säure können Folgeschäden von Diabetes vermindern.

Der Ayurveda empfiehlt, Speisen frisch zuzubereiten. Das bedeutet jedoch nicht, aus gefriergetrocknetem Kartoffelpulver ein „frisch gekochtes“ Kartoffelpüree auf den Tisch zu zaubern. Bis auf wenige Ausnahmen sollte man von industriellen Nahrungsmitteln Abstand nehmen. An ihnen stimmt nichts, nicht das Vorkochen, nicht das Konservieren, nicht die Aromastoffe und nicht die unendlich vielen Zusätze. Inzwischen gibt es in „slow food“ eine Gegenbewegung gegen die schnelle Küche, die naturbelassene Nahrungsmittel aus der Region empfiehlt. Das entspricht weitgehend den ayurvedischen Prinzipien.

Luft und Raum beleben (Vata)

Das Raumelement ist im Organismus die Grundlage für jeden Stoffaustausch wie er in den Gefäßen, Gewebsspalten und Poren in den Zellmembranen stattfindet. Reinigungstherapien und Gewichtsabnahme geben dem Stoffwechsel mehr Raum. Dagegen sind Verschlackung und Übergewicht häufige Grundlagen des Diabetes. Die Luft steht für Bewegung, Regulation und Information. Regelmäßige körperliche Bewegung unterstützt das Luftelement und ist Grundlage jeder Therapie des metabolischen Syndroms. 3-4 Stunden strammen Gehens pro Woche können als ein Anhaltspunkt für ausreichende Bewegung dienen.

Bitter ist die Geschmacksrichtung, in der sich am besten Raum und Luft ausdrücken, in einem geringeren Maße auch scharf und herb. Blattgemüse- und Blattsalate sowie einige Gewürze sind die wichtigsten Repräsentanten des bitteren Geschmacks.

Feuer stärken (Pitta)

Das Feuerelement ist für die Verdauung und den Stoffwechsel zuständig. Warme Mahlzeiten, leichte Formen der Zubereitung und gekonntes Würzen sind einfache Methoden, um das Feuer zu stärken. Unter den Geschmacksrichtungen repräsentieren vor allem scharf und einem geringeren Umfang auch sauer und salzig das Feuer. Eine ayurvedische Spezialität ist das heiße Wasser, das regelmäßig in kleinen Schlucken getrunken wird. Es reinigt die Gewebe und belebt den Stoffwechsel. Ähnlich wirken heiße Tees oder Abkochungen mit Gewürzen.

Gewürze: Die effektiven Manager

Gewürze mit scharfem und teilweise bitterem Geschmack unterstützen das Management des metabolischen Syndroms. Einige Gewürze verdienen eine besondere Erwähnung. Gut dokumentiert ist die Wirkung von Zimt. Es spart Insulin ein und senkt den Blutzucker. Dadurch ist es zur Gewichtsreduktion und beim Diabetes hilfreich. Gleichzeitig verbessern sich die Werte für die Blutfette und Cholesterin. Ein weiteres großartiges Gewürz ist die Gelbwurz. Sie senkt das Cholesterin, die Blutfette und den Blutzucker. Zusätzlich wirkt sie entgiftend, leberstärkend, immunmodulierend, entzündungssenkend und tumorprotektiv.

Schon fast ein altes Hausmittel gegen Diabetes ist der Bockshornkleesamen. Man muss sich mit dem bitteren Geschmack etwas anfreunden. Mit etwas Freude am Experimentieren lassen sich täglich 1-2 TL als Gewürz unterbringen. Andere Gewürze, für die eine zuckersenkende und damit insulinsparende Wirkung beschrieben ist, sind Ingwer, Knoblauch, Basilikum, langer Pfeffer oder Wegerichsamen.

Entschlackung: Eine Basistherapie

Aus den bisherigen Ausführungen geht hervor, dass Entschlackung eine Basistherapie für das metabolische Syndrom ist. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Ein Oldtimer ayurvedischer Wege zur Entschlackung ist die Heißwasser-Kur. Man trinkt während des Tages alle 15 bis 30 Minuten heißes Wasser, das vorzugsweise 10 Minuten gekocht hat. Man kann eine Spur Ingwer, Zitrone, Gelbwurz, Bockshornkleesamen oder Zimt zugeben. Die Ernährung selbst sollte sich in den ersten 3-5 Tagen auf Gemüsesuppen beschränken. Anschließend sind Gemüse, weich gekochte Hülsenfrüchte (Dal) und in kleinen Mengen Kohlehydrate wie z.B. Basmatireis, Hirse, Amaranth etc. erlaubt. Insgesamt sollte die Entschlackung mindestens 10 Tage betragen.

Der königliche Weg ayurvedischer Entschlackung ist das Pancha Karma. Ihr sollte eine Heißwasserkur vorausgehen. Pancha Karma entlastet die Gewebsmatrix von Toxinen und balanciert auf diese Weise die Signalübertragung (Doshas). Beim manifesten Diabetes muss es an den veränderten Stoffwechsel angepasst werden.

Heilkräuter: Vielseitige Helfer

Eine große Anzahl von Heilkräutern mit überwiegend bitterem oder herbem Geschmack und erwärmender Natur können die Therapie des metabolischen Syndroms unterstützen. Ihre Wirkung besteht häufig in einer Verbesserung der Glukose-Toleranz, d.h. die Zellen werden empfänglicher für das Insulin. Niedrige Insulinspiegel sind die beste Vorbeugung gegen das metabolische Syndrom.

Tinspora cordifolia (Guduchi): Guduchi ist eine bitter, herb und scharf schmeckende, erhitzende Pflanze. Sie passt somit bestens in das Profil einer Heilpflanze für das metabolische Syndrom inklusiv Diabetes. Guduchi ist gleichzeitig ein Lebermittel, wirkt auf den Fettstoffwechsel, ist ein Tonikum und steigert das Abwehrsystem.

Azadirachta indica (Nimba): Nimba ist äußerst bitter und kühlend. Es klärt das Kapha in der Bauchspeicheldrüse und stärkt das Feuer im Fettgewebe. Gleichzeitig baut es Entzündungen ab. Diese Wirkkombination macht es zu einem wichtigen Mittel beim metabolischen Syndrom.

Commiphora mukul (Guggulu): Guggulu wird aus dem Harz eines Baumes hergestellt und gilt als die indische Myrrhe. Es schmeckt bitter, herb und scharf und ist erhitzend. Es hat dadurch eine starke Affinität zu Kapha und zum Fettgewebe. Guggulu senkt Blutfette und Cholesterin. Es unterstützt die Gewichtsabnahme und verbessert den Zuckerstoffwechsel. Außerdem unterstützt Guggulu die Kapillardurchblutung, ist entzündungshemmend und stärkt das Herz. Das gesamte Profil macht das Guggulu zu einem Basismittel beim metabolischen Syndrom. Es wird gerne in der Form von Triphala Guggulu verabreicht, wo die Wirkung auf den Stoffwechsel durch Amalaki, Haritaki und Bibhitaki unterstützt wird.

Garcinia cambogia (Vrikshamla): Die saure und erhitzende Pflanze vermindert den Appetit, hemmt den Umbau von Glukose in Fett und fördert den Abbau von Fett. Sie eignet sich deshalb gut zur Unterstützung von Reduktionsdiäten.

Gymnea sylvestre (Meshasringi, Gurmar): Diese bittere und herbe Pflanze mit kühlender Potenz reduziert das Verlangen nach süßen Nahrungsmitteln und unterstützt die Bauchspeicheldrüse bei der Insulinproduktion.

Momordica charantia (Karavella, bitter melon): Eine bittere und scharfe Pflanze mit erhitzender Wirkung, deren Inhaltsstoffe den Blutzucker senken und damit Insulin einsparen.

Zusammengestellt zu einer individuellen Therapie führen die beschriebenen Maßnahmen meist schnell zum Erfolg.

Petra Müller zum Beispiel erhielt ayurvedische Ölbehandlungen zum Stressabbau, einen indivudellen Ernährungsplan und zusätzlich Triphala Guggulu sowie ein Kombinationspräparat zur Senkung des Blutzuckers. Schon nach wenigen Tagen sanken die Blutzuckerwerte von 350 mg% auf 150 mg%. Gute Bedingungen für eine erfolgreiche Therapie. Und ein guter Start für ein gesundes, ausgewogenes Leben.

Ayurveda Journal 34 · Seite 19 – 25

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Dr. Hans Schäffler
Dr. Hans Schäffler gehört zu den ersten Ayurveda-Ärzten in Europa. 1977 medizinisches Staatsexamen, seit 1984 Arzt für Naturheilverfahren, 1983 Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda e.V., 1984 / 85 Studium des Ayurveda bei führenden ayurvedischen Kapazitäten in Indien, USA und Europa, 1986 Aufbau des ersten ayurvedischen Gesundheitszentrums in Deutschland, seit 1993 ärztlicher Leiter des Ayur-Veda Gesundheitszentrums im Hotel Schloss Pichlarn, Österreich. Seit 2010 persönliche Ausbildung bei Te Wairemana in der Spiritualität und der Heilkunst der Maori.