anhand von Fallbeispielen

Im Heft 1/2007 haben wir ausführlich die fünf Unterarten von Kapha zum Schutz und Erhalt unserer Körperfunktionen erörtert. Lesen Sie jetzt anhand von zwei Fallbeispielen aus meiner Praxis, wie ayurvedische Diagnostik und Therapie der Kapha-Störungen praktisch angewandt wird.

Die Natur einer pathologischen Kapha-Zunahme

Die gesunde Verteilung der Elemente Erde und Wasser garantiert Leben, Form, Stabilität und Kompaktheit. Nehmen die Eigenschaften dieser beiden Elemente auf Kosten der anderen drei Elemente ungehindert zu, so entwickelt sich eine Kapha-Aggravation mit entsprechenden klinischen Manifestationen:

  • Kühle
  • Öligkeit, Klebrigkeit
  • Schwere, Stabilität, Immobilität
  • Übergewicht
  • Juckreiz
  • Taubheitsgefühle
  • Verstopfung
  • Appetitlosigkeit
  • schlechte Verdauung
  • süßlicher Mundgeschmack
  • weißliche Verfärbungen der Körperorgane und Ausscheidungsprodukte
  • langsames In-Erscheinung-Treten bzw. verzögerte Manifestationen
  • Faulheit, Schläfrigkeit
  • starke Speichelbildung, Auswurf
  • Verlust an Kraft und Widerstandsfähigkeit

Erkrankungen oder Symptomenkomplexe, die mehrere dieser Kriterien erfüllen, werden als Kapha-Störungen bezeichnet. Die Natur einer Kapha-Störung ist grundsätzlich durch Fülle gekennzeichnet. Die Zirkulationsbahnen wer­den blockiert, der Körper sammelt Abfallstoffe an, Verdauung und Stoffwechsel sind ver­lang­samt, Müdigkeit und Trägheit sind die Folge.

Therapeutisch gilt es, diese angesammelten Überschüsse durch gezielte Ausleitungsver­fahren zu reduzieren, das Körperfeuer zu er­höhen und die Zirkulationsbahnen zu de­blockieren. Wie dies im konkreten Fall aussehen kann, entnehmen Sie den folgenden Fall­beispielen.

Fallbeispiel 1

Aufnahme

Patientin, 42 Jahre, Grundschullehrerin, 170 cm, 52 kg, Blutdruck 105/60 mmHg, Ruhepuls 85 Schläge/Minute, leptosom-drahtiger Körperbau mit feinen Gliedern und schmalen Gelenken
Interpretation: typischer Vata-dominierter Körperstatus

Familie: verheiratet in stabiler Ehe, 2 Töchter (10 und 16 Jahre); selbst Einzelkind, Vater verstarb an Bronchial-CA / Mutter ist zeitlebens über­gewichtig und Altersdiabetikerin
Interpretation: auffallend ist die familiäre Belastung der Atemwege und der langzeitigen Kapha-Stoffwechselstörung

Beschwerdebild: chronische Nebenhöhlenent­zündung, Infektanfälligkeit mit Bronchitis alle drei Monate, dann mit Kurzatmigkeit und starkem produktivem Husten, dauerhafte Ver­schleimung im Nasenrachenraum nach begra­digter Nasenscheidewand, starke Erschöpfung, beidseitige Kniegelenksarthrose nach pro­fessioneller Ballettaktivität über 5 Jahre vor dem Studium
Interpretation: Atemwegssyndrom (Kasash-vasaroga) und Arthrose (Sandhigatavata) durch Überlastung und Abnutzung

Aktuelle Medikation und Therapie: Echinacin-Tropfen, Umckaloabo
Interpretation: gute Rezepturen, jedoch für die Problematik nicht ausreichende Strategie

Ernährung: piskolactovegetarisch (mit Fisch und Milchprodukten) mit viel Pasta und gekochten Getreidebreis; kein Alkohol, 1-2 Tassen Kaffee tgl., 1 Liter Wasser und 1 Liter Grüntee
Frühstück – Haferbrei mit gedünsteten Birnen, 2 Gläser Orangensaft
Mittagessen – Nudeln mit Gemüse, 2x wöchentlich Kartoffelauflauf, 1x wöchentlich Fisch
Abendessen – nochmals Nudeln oder Brot mit Biokäse
Zwischenmahlzeiten – viel frisches Obst, vorzugsweise Äpfel, Bananen, Ananas, Mango und Kiwi
Interpretation: starke Schleimförderung und Kapha-Erhöhung, gleichzeitig Schleimeintrocknung durch viel Grüntee und Schleimhautreizung durch viele Sauerfrüchte

Lebensführung: Schlaf von 22-07 und 14-15 Uhr; 6-8 Stunden Arbeit an 5 Tagen bei 6 Wochen Urlaub im Jahr; einmal wöchentlich Yogakurs, sonst alle 2-3 Tage Waldspaziergänge;
Interpretation: insgesamt 10 Stunden Schlaf ohne wirklichen Erholungswert – stattdessen erhöht sich Kapha weiterhin; zu wenig dy­namische Bewegung mit Zirkulations­förderung

Körperfunktionen: Stuhlgang 1-2x täglich – schleimig und faulig stinkend, starkes Völlegefühl nach allen Mahlzeiten mit Aufstoßen, morgendliche Übelkeit, Urin 7-8x täglich klar und beschwerdefrei, kälteempfindlicher Typ, kaum Schweißbildung, Haut ohne Auffällig­­keiten – aber trocken, hypermobile knackende Gelenke mit Knieschmerzen bei längerer Be­lastung, Menstruation alle 26-29 Tage schmerz­arm und über ca. 3 Tage mit schwacher Blutung
Interpretation: Ama-Entwicklung im Magen-Darm-Trakt, Agni im Magen ist zu schwach bei Kledaka Kapha (Schleim im Magen) Aggravation, Vata-Temperaturregulation, viel Vata im Knochengewebe bei gleichzeitigem Verlust von Shleshaka Kapha (Gelenkschmiere) in den Kniegelenken

Zungeninspektion: geschwollener Zungenkörper mit dickem schleimigweißlichen Belag, Zahneindrücke, blasse Grundfarbe und feucht, im vorderen Drittel Rißbildung ausgeprägt, Unterzungenseite unauffällig
Interpretation: Mangel an Agni mit Feuchtigkeitsretention und Schleimproduktion, unterliegende Vata-Komponente durch Rißbildung mit Dominanz im Oberkörper

Pulspalpation: tiefliegend, dumpf und gespannt, schwache Amplitude, geringes Volumen und leicht abdrückbar, Rhythmus relativ regelmäßig, Frequenz in Ruhe beschleunigt
Interpretation: Agnimangel mit Schleimbildung und Zirkulations-Blockade, geringe Reser­ven und Energiemangel

Verarbeitung

Körperlich weist die Patientin konstitutionell auch nach Befragung Ihrer Erscheinung als heranwachsendes Kleinkind zahlreiche Vata-Dominanzen auf. Ursächlich gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Schleimpro­duktion und dem Ernährungsverhalten. Fami­liär läßt sich eine Häufung an Atemwegs­problemen und Kapha-Störungen erkennen, was ggf. prädisponierend für die Patientin sein kann. Das Agni im Magen-Darm-Trakt bewältigt keine ausreichende Verdauungsleistung mit Folge der Entwicklung von Ama, dieses fördert die Blockade in den Zirkulationsbahnen. Die Schlafgewohnheiten schwächen Agni zusätzlich ab. Auf der Ebene von Dosha läßt sich eine massive Kapha-Aggravation erkennen, im Be­reich der Subdosha sind Bodhaka, Avalambaka und Kledaka vermehrt und Shleshaka verrin­gert. Gleichzeitig liegt eine Beteiligung von Prana Vata vor, welches durch Kapha in den Atemwegen blockiert wird. Die Ausscheidungen funktionieren zwar regelmäßig, der Stuhl weist jedoch deutliche Zeichen von Kapha und Ama auf. Es liegt eine Störung im inneren Krank­heitsweg (Antahmarga) vor mit guter Prog­nostik.

Handlung

Behandlungsstrategie: Schleimlösung durch Anfeuchtung und Auswurfförderung (Chedana), Stärkung von Agni, Rasayana für die Atemwege
Ursachenvermeidung: alle schleimproduzierenden Nahrungsmittel für drei Monate aus­setzen

Therapeutische Maßnahmen

Ernährung: Umstieg auf glutenfreie Getreidebreis aus Hirseflocken in Wasser gekocht mit Rosinen und Nüssen oder alternativ etwas Vollkorntoastbrot mit Ghee und dunklem Honig zum Frühstück; Pastareduktion – stattdessen mehr Quinoa, Hirse und Basmatireis; viel Gemüse; Fisch 2x wöchentlich gedünstet; abendliche Suppengerichte und Antipasti; stärkere Integration von Gewürzen
Ordnungstherapie: kein Tagesschlaf, mehr Bewegung, Integration einer effektiven Morgenroutine mit 2 Gläsern heißem Ingwertee

Kräutertherapie:

  • Pippali Churna als Treppenkur 2x täglich mit 0,5 Gramm Steigerung täglich bis auf 5 Gramm, dann fünf Tage lang 5 Gramm 2x täglich beibehalten und danach wieder in 0,5 Gramm-Schritten reduzieren bis auf 2g 2x täglich mit jeweils 150ml Thymianhonigwasser
  • Vasarishta Kräuterwein 2x 25 ml täglich mit 100ml Wasser verdünnt und durch je 1/2 TL Tulsi Churna (Osimum sanctum) ergänzt; nach 6 Wochen Gabe von Vasa Ghanvati 3-3-3 Tbl. für 3 Monate
  • Amla-Mus Cyavanprash 1 gehäuften TL zum Frühstück über ein Jahr
  • Nach 2 Monaten: Ashvagandha Churna 5 Gramm täglich in Dashamula Tee
  • Intranasales Einführen von je drei Tropfen Shadbindu Taila in jedes Nasenloch nach vorheriger Meerwasserspülung (Neti) des Nasenrachenraums
  • Täglich je zwei Inhalationen, einmal mit Ultraschallverneblung von Meerwasser und einmal mit 1 TL Ajwain (Trachyspermum ammi) Königskümmel zerstoßen und mit heißem Wasser überbrüht

Externe Therapie: Schröpfmassagen 3x wöchentlich am Kopf und Oberkörper mit anschließen­der Lokalbedampfung mit Thymian-Tulsi-Steinsalz-Abkochung; nach vier Wochen Start mit lokaler Pinda Sveda Therapie der Kniegelenke zur Stär­kung von Shleshaka Kapha

Bewegung und Atmung: Umwandlung der Waldspziergänge in intensives Walking 3x wöchentlich bei einer Pulsfrequenz von maxi­mal 125 Schlägen/Minute und begleitender Nasen­atmung; gezielte Lungenreinigungs­übungen aus dem Pranayama

Ausleitungsverfahren: In diesem Fall wurden keine starken Ausleitungen durchgeführt, es wäre jedoch bei Therapieresistenz ein klas­sisches Vamana-Magenspülungsverfahren in­diziert gewesen.

Psychisch-geistige Unterstützung: die Patientin verbesserte ihre Stressbelastbarkeit durch täg­liche Atemmeditationen.

Behandlungsergebnis

Die Patientin war bereits nach vier Wochen schleimfrei und konnte frei atmen. Bereits nach 10 Tagen gab es kein Völlegefühl mehr, die Morgenübelkeit war ebenfalls verschwunden und der Stuhl war wohlgeformt und geruchsarm. Erst ein Jahr nach Behandlungsbeginn ent­wickelte sie erstmalig wieder einen Atem­wegsinfekt, der innerhalb von fünf Tagen abklang. Das Körpergewicht ist auf 56 kg angestiegen und der Ruhepuls auf 68 Schläge/Minute gesunken. Sie schläft nur noch 7 Stunden nachts und hat den Tagesschlaf aufgegeben, fühlt sich voller Energie und Tatendrang und hat mittlerweile eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin begonnen. Auf ihre morgendliche Routine mit Nasenspülung, Inhalation, Atem- und Bewegungsübungen will sie nie mehr ver­zichten.

Fallbeispiel 2

Aufnahme

Patient, 51 Jahre, Forstwirt, 190 cm, 88 kg, Blutdruck 130/80 mmHg, Ruhepuls 78 Schläge/Minute, athletischer Körperbau mit starken Muskeln und Gelenken
Interpretation: typischer Pitta-dominierter Körperstatus

Familie: zweimalig geschieden, aus jeder Ehe ein Sohn (24 und 15 Jahre), aktuell wechselnde Partnerschaften; 3 Geschwister, Mutter mit 80 Jahren topfit – allerdings aufgrund von Dif­ferenzen seit Jahren kein Kontakt, Vater hatte im Krieg eine Lungentuberkulose, die jahrelang behandlungsbedürftig war – zu ihm an Geburts- und Feiertagen förmlicher Kontakt
Interpretation: keine stabilen Familienverhältnisse, stattdessen viele Turbulenzen und Konflikte; die Lungen-Tb des Vaters könnte ein prädisponierender Faktor sein

Beschwerdebild: seit 15 Jahren allergische Rhi­nitis mit Fließschnupfen und Niesreiz von Fe­bruar bis Juni, chronisches Asthma bronchi­ale seit 20 Jahren, Streß-Urticaria (Nesselsucht) mit Quaddelbildung und extremem Juckreiz
Interpretation: Rhinitis (Pratishyaya) und Atemwegssyndrom (Tamaka Shvasa), in dem Vata assoziiert mit Kapha die Prana Vaha Srotas blockiert, Urticaria (Shitapitta) mit Vata-domi­nanten Auslösern

Aktuelle Medikation und Therapie: seit 20 Jah­ren wechselnde Corticoid-Sprays, in Allergie­saison Nasentropfen und Antihistaminika
Interpretation: Corticoide sind hilfreich als Brückentherapie, jedoch niemals langfristig ohne Ausblick zu verordnen

Ernährung: Mischkost mit viel Fleisch; 1 Flasche Rotwein täglich, 5-6 Tassen Kaffee tgl., 1 Liter Wasser
Frühstück – Brötchen mit Käse oder Schinken, dazu 2-3 Tassen Kaffee
Mittagessen – erneut Brötchen oder Brot mit Käse
Abendessen – meist warm mit gebratenem Fleisch, Bratkartoffeln und Salat
Zwischenmahlzeiten – Süßigkeiten wie Schokolade, Kekse oder Kuchen
Interpretation: extreme Schleimförderung, Kapha-Erhöhung und Ama-Produktion, Blutverunreinigung durch Alkohol und Gebratenes

Lebensführung: Schlaf von 01-06, am Wochen­ende bis 12 Uhr mittags mit Durchschlaf­störungen; ca. 10 Stunden Arbeit an 5 Tagen bei 5 Wochen Urlaub im Jahr; tägliche Wald­aktivitäten mit viel Bewegung, zudem Fit­nesscenter 3x wöchentlich; bis vor 5 Jahren Nikotinabusus mit 1,5 Päckchen Reval täglich, früher zudem Cannabis- und zeitweilig Kokainabusus
Interpretation: zu wenig Schlaf fördert eine Vata-Aggravation, gleichzeitig kommt die natürliche Rhythmik durch die Zeiten und die veränderten Bedingungen am Wochenende durcheinander

Körperfunktionen: Stuhlgang 2x täglich – schmierig und stinkend, starke Blähungen mit Geruch, Urin 6-10x täglich gelblich und be­schwerdefrei, Warmblüter mit viel Schweiß­bildung, Haut weist zahlreiche Leberflecken und Sommersprossen auf, Gelenke sind un­auffällig, Muskulatur kräftig verspannt
Interpretation: Ama-Entwicklung im Magen-Darm-Trakt, Pitta-Temperatur­regula­tion, Pitta-Dominanz in der Haut

Zungeninspektion: geschwollener Zungenkörper mit dickem klebrigem tiefgelbem Belag, blasslivide Grundfarbe, keine Risse, Unterzungenseite unauffällig
Interpretation: Mangel an Jatharagni mit Feuchtigkeitsretention, Ama-Bildung mit Pitta assoziiert, begleitende Blutstagnation (livider Zungenkörper)

Pulspalpation: dumpf und hart gespannt, starke Amplitude, Rhythmus relativ regelmäßig, Frequenz unauffällig
Interpretation: typischer Sama-Pitta Puls-befund mit Zirkulations-Blockade
Verarbeitung

Es ist kaum vorstellbar, dass der Patient über 20 Jahre keinerlei Empfehlungen seitens der fachärztlichen Kollegen zur Änderung der Ernährungs- und Lebensweise erhielt. Im Ge­genteil, die Aussage „Asthma und Heuschnup­fen hat mit der Ernährung nichts zu tun“ hörte er unzählige Male.

Das Problem ist ayurvedisch betrachtet absolut selbst kreiert. Alle vorliegenden Ernährungs­gewohnheiten erzeugen Ama und verun­reini­gen das Blut. Diese beiden Aspekte sind körperlich kausal für die Atemwegsprobleme und die Hautreagibilität verantwortlich. Die psychosoziale Lebenssituation belastet den Patienten stark, er wählte in der Erstaufnahme gar die Worte „bei all dieser Belastung bleibt mir schon die Luft manchmal weg“. Innerhalb der Kapha Subdosha sind Kledaka und Avalambaka pathologisch involviert. Es liegt eine Störung im inneren Krankheitsweg (Antahmarga) vor mit guter Prognostik trotz chronischen Bestehens.

Handlung

Behandlungsstrategie: Pancha Karma zur Schleimlösung, Bronchialdilatation (Weitung), Spasmolyse (Entkrampfung)
Ursachenvermeidung: alle amaproduzierenden und blutverunreinigenden Nahrungsmittel für drei Monate aussetzen

Therapeutische Maßnahmen

Ernährung: 4 Wochen konsequente Ama-Pachana Reduktionskost zur Vorbereitung auf die geplante Pancha Karma Kur mit Mungdal, gedünstetem und gut gewürztem Gemüse, vielen Bitterstoffen, leichten Getreiden wie Basmatireis, Quinoa und Hirse

Ordnungstherapie: Schlafkorrektur auf 7 Stunden von 23-06 an sieben Tagen

Kräutertherapie vor Kurantritt:

  • Manjishtadi Kvatha Teedekokt aus 3 EL (25g) Tee mit 400ml Wasser auf 100ml eingekocht und in 2 Raten a 50ml getrennt der Mahlzeiten genossen
  • Sitopaladi Churna 2x täglich je 1 TL mit Thymianhonig
  • Hingvasthaka Churna je 1 gestrichenen TL in etwas Olivenöl vor den drei Mahlzeiten
  • Intranasales Einführen von je drei Tropfen Shadbindu Taila in jedes Nasenloch nach vorheriger Meerwasserspülung (Neti) des Nasenrachenraums
  • Nach der Kur: Vasakavaleha 1 gehäuften TL täglich

Stationäres Pancha Karma Programm über 30 Tage:

  • Tägliche Inhalationen mit Königskümmel (Trachyspermum ammi)
  • Tägliche Yoga- und Atemtherapie, Gesprächstherapie
  • 5 Tage innere Ölung (Snehapana) mit Kantakari Ghrta von 2x 40ml bis auf 2x 80ml
  • Begleitend 7 Tage dynamische Ganzkörperölmassagen „Abhyanga“, ab dem 5. Tag mit Dampfanwendung „Svedana“ (Thymiandampf)
  • Am 8. Tag Abhyanga + Svedana, danach große Magenspülung „Vamana“ mit 6 Würfen
  • Am 9.+10. Tag Ruhe und Regeneration
  • Von 11.-14. Tag erneut innere Ölung und begleitend Abhyanga
  • Tag 15-17 Abhyanga + Svedana
  • Tag 18 Abhyanga + Svedana, danach Purgation „Virechana“ mit 21 Ausleitungen
  • Tag 19+20 Ruhe und Regeneration
  • Tag 21-28 tägliche Darmeinläufe im Wechsel mit einem Verhältnis von 5:3 (Öleinläufe mit 40ml Narayana Taila : Dekokteinläufe mit 500ml Dashamuladi Kvatha + Paste + Öl)
  • An den Öleinlauftagen sowie am Tag 29 und 30 insgesamt 7 Intranasaltherapien mit Pulvern aus Kalmus, Ingwer, langem Pfeffer,Galgant und Myrica nagi
  • Auf die blutreinigenden Aderlässe konnten wir verzichten, da der Patient regelmäßig vom Kardiologen zur Herzentlastung Aderlässe erhält

Behandlungsergebnis

Der Patient kam bereits in deutlich verbesser­tem Allgemeinzustand in die Kur. Er hatte 3 kg abgenommen und fühlte sich wesentlich leich­ter und energiereicher. Seit dem Tag der Vamana Magenspülung war er asthmafrei bis sieben Monate nach der Kur (zuvor hatte er durch­schnittlich wöchentlich 2-3 Anfälle!), danach gab es infolge einer privaten Trennung 2 schwierige Wochen. In der folgenden Aller­giesaison konnte er auf Nasentropfen und Antihistaminika gänzlich verzichten und korrigierte die milden Symptome mit ayur­vedischen Methoden. Die Haut reagierte bei Stress nur noch mit leichten Rötungen, jedoch ohne Quaddelbildung und frei von Juckreiz. Er behielt Grundzüge der Ernäh­rungsumstellung bei und klärte bereits während des Kur­aufenthaltes einige Bezie­hungen zu seinen Verwandten. Seine letzte Ex-Frau meldete sich in Folge selbst für eine Kur zur Behandlung ihrer Heuschnupfenprobleme an.

Fülle klingt zunächst verlockend – innere Fülle ist jedoch nicht durch Ansammlung äußerer Fülle ersetzbar. Vielmehr wird sie zumeist erst durch äußere Leere erlebbar. Genießen Sie Ihre Fülle, frei von Kapha-Überschüssen!

Erschienen im Ayurveda Journal 17

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