Guggulu (Botanischer Name: Commiphora mukul, deutsch: Indische Myrrhe) besitzt im Ayurveda eine lange Tradition. Sein Harz wurde zu unterschiedlichen Behandlungszwecken verwendet, von der Arthritis über Hautentzündungen und Knochenentzündungen bis zu Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht.

In klassischen Ayurveda-Schriften wie dem Sushruta Samhita wird regelrecht von der Myrrhepflanze geschwärmt. Und jüngere Forschungsberichte belegen, dass sie auch aus Sicht der wissenschaftlichen Medizin viel zu bieten hat.

Guggulu zählt zu den Myrrhegewächsen. Er wächst in Nordindien, Pakistan und Bangladesch. Typisch für ihn ist seine aschfarbene Rinde. Therapeutisch genutzt wird das Gugguluharz. Es wird geerntet, indem man vom Fuß des Baumstamms etwas Rinde abschält und dort einen Schnitt setzt. Die Guggulu-Emte beginnt im November und dauert bis Ende Januar. Ein Baum liefert etwa 1 Kilogramm Harz. Das regelmäßige „Anzapfen” schadet den Bäumen übrigens nicht.

Hauptwirkstoffe von Guggulu sind seine Steroide, die sogenannten Guggulsterone. Dass diese in den Fettstoffwechsel eingreifen, ist mittlerweile wissenschaftlich gut dokumentiert. Einige Laborexperimente weisen darauf hin, dass Guggulsterone über ihren Einfluss auf die Gallenflüssigkeit die Fettaufnahme reduzieren. Möglich ist aber auch, dass sie direkt die Arbeit der Schilddrüse anregen und damit gewissermaßen den „hormonellen Fettabbau” verbessern. In einer weiteren Laborstudie wurde außerdem festgestellt, dass Guggulu bestimmte Rezeptoren in der Leber sensibilisiert und sie auf diese Weise davon „überzeugt”, mehr LDL-Cholesterin aus dem Körper zu ziehen.

Die ayurvedischen Ärzte hatten bereits früh beobachtet, dass sich bei Patienten, denen Gugguluharz verabreicht wurde, nicht nur der Zustand der Blutgefäße, sondern auch ihr Übergewicht verbesserte. Darüber hinaus sank das Risiko, an Herzinfarkt und anderen Folgeerkrankungen von Arteriosklerose zu erkranken.

Guggulu Studie belegt Wirkung

Laut einer aktuellen Studie des UT Southwestem Medical Centers in Dallas blockiert Guggulu den sogenannten Famesoid-X-Rezeptor, der im Cholesterinhaushalt des Menschen eine zentrale Rolle spielt. Die „Anti-Fett-Wirkung“ von Gugguluharz ist klinisch vielfach belegt. Demnach führt eine tägliche Dosis von 10 bis 15 g nach drei Monaten im Blut zu einer Cholesterinsenkung von bis zu 25 und zu einer Triglyzeridsenkung von bis zu 30 Prozent. Die ersten Verbesserungen am Blutfettspiegel treten nach etwa 2 Wochen ein.

Cholesterinsenkung dank Guggulu

Ermutigende Ergebnisse, die schließlich auch dazu führten, Guggulu doch einmal mit dem etablierten Cholesterinsenker Clofibrat zu vergleichen. Das Ergebnis: das pflanzliche Medikament steht dem synthetischen in seiner Wirkung auf den Blutfettspiegel keineswegs nach. Ein Mittel, um trotz aller Ernährungssünden an Gewicht zu verlieren, ist Guggulu jedoch nicht. Denn er kommt nicht als Wundermittel daher – nach dem Motto: „Essen Sie wie bisher und verlieren Sie trotzdem 10 kg in vier Wochen”, sondern als ein pflanzliches Mittel, das uns im Rahmen des Machbaren dabei unterstützen kann, unsere Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen.

Bemerkenswert sind auch die entzündungshemmenden Eigenschaften

Einen Einsatz findet das Harz deshalb bei rheumatischen Erkrankungen, Arthritis, Gicht, aber auch Hautentzündungen wie Psoriasis. Guggulu ist ausgesprochen arm an Nebenwirkungen, vor allem seine Extrakte besitzen eine ausgesprochen gute Verträglichkeit. Leber- und Nierenfunktionen, Blutzucker und Blutbild werden durch Guggulu nicht negativ beeinflusst.

Ayurveda Journal 01 · Seite 16