Eine wichtige Maßnahme, um sich langfristig gesund zu halten, stellt die Abhyanga Öl-Massage dar. Diese Massageform wird nicht nur zu medizinischen Zwecken eingesetzt, sie ist auch in indischen Familien als „Alltagsmassage“ oder im Wellnessbereich der westlichen Kulturen sehr beliebt und gilt als elementarer Bestandteil einer gesunden Lebensgestaltung. Die Abhyanga Massage kann auch als Selbstmassage durchgeführt werden. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Im Unterschied zu medizinischen Massagen folgen Abhyanga sowie andere ayurvedische Massagen anderen Prinzipien. Sie orientieren sich am Verlauf der Energiebahnen, den Nadis. Durch die Massagegriffe wird der Energiefluss angeregt, wodurch die Lebensenergie im ganzen Körper und im Kopf gleichmäßig verteilt wird.

Durch Abhyanga werden Kreislauf und Stoffwechsel angeregt, das Nervensystem beruhigt, das Immunsystem gestärkt sowie die Durchblutung gefördert. Außerdem bewirkt Abhyanga eine Verfeinerung des Teints sowie die Verjüngung und Entgiftung des Körpers. Das geschieht dadurch, dass das erhitzte Massageöl in der Lage ist, bis in das Innere der Zellen einzudringen und dort Abfallstoffe zu binden und diese in die Ausleitungskanäle zu befördern, zum Beispiel über den Magen-Darm-Trakt. Des Weiteren werden bei dieser Massage indirekt alle Vitalpunkte (Marmas) angesprochen. Von Bedeutung sind hierbei vor allem die Gelenkmarmas, in denen sich oftmals Vata ansammelt.

Abhyanga für verschiedene Typen

Das Abhyanga ist für Vata-Typen sehr gut als Ausgleich geeignet. Soll die Massage eine mehr stimulierende und aktivierende Wirkung haben, arbeitet der Masseur mit erhöhtem Druck. Diese Form, genannt Vishesh, ist für Pitta-Typen besonders geeignet. Generell wird als Massageöl gereiftes Sesamöl verwendet, dem je nach Konstitutionstyp ein ausgleichendes Öl zugesetzt wird.

Abhyanga mit Sesamöl

Generell wird als Massageöl gereiftes Sesamöl verwendet. Zur Massage wird das Öl erhitzt. Durch kurze Erhitzung auf 110 Grad Celsius wird das Sesamöl veredelt, es wird dünnflüssiger und zieht besser in die Haut ein. Vor der Anwendung sollte es auf eine angenehme Massagetemperatur abgekühlt werden. Grundsätzlich werden die Gelenke (Fuß, Knie, Hüfte, Hand, Ellbogen, Schulter) sowie Kopf, Brust und Bauch mit kreisenden Bewegungen massiert, die Muskulatur (Unter-/Oberschenkel, Unter-/Oberarme, Rücken) hingegen mit Längsstrichen. Bei den kreisenden Bewegungen wird mit den Fingerspitzen massiert, bei den streichenden Bewegungen übt man sanften Druck mit der gesamten Handfläche aus.

Anleitung zur Abhyanga “Selbstmassage”

Nehmen Sie auf einem Hocker Platz, das erwärmte Öl steht bereit. Gießen Sie ein wenig Öl in eine Hand, tauchen Sie mit den Fingerspitzen der anderen Hand hinein und verteilen Sie kreisförmig etwas Öl auf dem obersten Punkt des Kopfes. Mit dem restlichen Öl massieren Sie mit beiden Händen die Ohren und streichen dann über den Nacken. Kreisen Sie anschließend mit beiden Händen gegengleich um die Brust. Wandern Sie zum Bauch und massieren Sie kreisend mit der flachen Hand nur rechts herum.

Nun wandern Sie zum rechten Bein, mit kreisenden Bewegungen massieren Sie das Hüftgelenk, streichen anschließend am Oberschenkel entlang, kreisen ums Knie, streichen über den Unterschenkel und kreisen anschließend um das Fußgelenk. Danach streichen Sie die Fußsohle kräftig aus und streichen zwischen den Zehenzwischenräumen in die Luft ab. Daraufhin massieren Sie das rechte Bein auf die gleiche Weise von unten nach oben. Wenn Sie damit fertig sind, behandeln Sie Ihr linkes Bein wie das rechte.

Anschließend stehen Sie auf und massieren mit kreisenden Bewegungen die Gesäßmuskulatur. Danach neigen Sie den Oberkörper nach vorne und kreisen mit beiden Händen symmetrisch die Rückenpartie im Nierenbereich entlang. Hiernach setzen Sie sich wieder hin.

Jetzt massieren Sie mit der linken Hand den rechten Arm. Beginnen Sie bei der Schulter und arbeiten Sie sich bis zu den Fingerspitzen vor. Gehen Sie hierbei in der Weise vor wie bei den Beinen. Dann massieren Sie in gleicher Weise den linken Arm. Zum Schluss verbinden Sie Ihre rechte mit der linken Körperseite. Dafür streichen Sie mit der linken Hand zuerst über den rechten Arm, dann über den Bauch, hin zum linken Bein und wieder zurück. Dasselbe machen Sie mit der anderen Seite. Zuletzt nehmen Sie beide Hände und verbinden Körper und Kopf durch langes Streichen.

Die dargestellten Inhalte sind Teil der Weiterbildung “Wellness im Alltag” aus dem neuen Fachbereich “Persönlichkeits- und Selbstbildung” des IST-Studieninstituts. Bei diesem Lehrgang wird ein weitreichender Überblick über verschiedene Wellness-Anwendungen gegeben. Neben dem Thema “Massagen” spielen die Aspekte “Ernährung”, “Entspannung” und “natürliche Kosmetik” eine zentrale Rolle. Für diesen und andere Lehrgänge (z.B. “Gesund leben” und “Selbstmanagement”) gewährt das IST-Institut änläßlich des 20-jährigen Jubiläums eine Ermäßigung von 20% auf die Studiengebühr (bis Ende 2009).
Ayurveda Journal 24 · Seite 14 – 15