Ayurveda trifft modernes Leben

Innovative Massagetechniken in Kombination mit traditionellen indischen Kräuterölen machen die Massage zu einem besonderen Erlebnis und bieten eine tiefgreifende Wirkung. 

„Man braucht nicht mit der Zeit zu gehen, es ist nur sinnvoll, sie zu begreifen.“

Anhand der indischen Marmalehre (Marmas: Vitalpunkte), aber auch der indischen Lebensweise können wir den Rhythmus der Zeit im Zusammenhang mit unserem Biorhythmus erleben, spüren und begreifen. Im wahrsten Sinne des Wortes spüren und begreifen, denn unsere heutige allzeit bekannte Schnelllebigkeit, die überwiegend auf mentaler Ebene gefordert ist, spiegelt sich in unserem Körper wieder und kann sich spürbar manifestieren. Wissenschaftlich belegte Massagetechniken, in denen gezielt Impulse den Marmas (Vitalpunkten) gesetzt werden, wirken dem entgegen.

Wie wir wissen, wird jeder Mensch mit seinem individuellen Muster geboren, welches durch die natürlichen Schwankungen wie Lebensphasen, Klima, Umgebung, Nahrung sowie seelische Zustände beeinflusst wird. Durch differenzierte Gefühle signalisieren die Marmas regelmäßig Impulse über die Befindlichkeit des Körpers und der Seele. “Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken”, “Ich hab die Nase voll”, “Ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht”, “Meine Beine sind müde und schwer”, “Es schlägt mir auf den Magen”, “Der ständige Druck liegt mir im Nacken” etc. um nur einige zu nennen.

Was sind Marmapunkte?

Marmas sind spezielle Gelenk, Muskel-, Sehnen-, Knochen- und Blutgefäßbereiche. Sie werden auch Vitalpunkte genannt und bilden für den Menschen ein Frühwarnsystem. In Gefahrensituationen schlagen diese Vitalpunkte „Alarm“, um eine Überforderung des Organismus zu verhindern.

Was bedeuten die Marmas für uns als Warnfunktion?

Nehmen wir einmal die Muskelmannas (Stärkepunkte), die den Tag-Nachtrhythmus regulieren als Beispiel. Muskeln geben uns Kraft und Halt. Sie benötigen Aktivität/Bewegung, genauso aber auch Passivität/Ruhe, um sich wieder zu regenerieren. Wer kennt sie nicht, die schmerzhaften Wadenkrämpfe? Es ist nicht nur der Schmerz, der uns zu schaffen macht, sondern wir haben in diesem Moment keine Kraft mehr im Bein, um z.B. weiter zu gehen. Die Muskeln müssen sich erst wieder beruhigen.

Krämpfe/Schmerzen allgemein werden dem Vata-Element (Bewegungsprinzip) zugeordnet; die Ruhe, die ,,Nacht”, fehlt in den Muskeln. Wer kann schon Tag und Nacht über längeren Zeitraum aktiv sein, ohne zwischendurch Kraft durch Ruhe schöpfen zu können? Müde, schwere Beine sind ein Zeichen von Überlastung, sei es durch zu viel körperliche Aktivität, aber auch Schlafmangel und zu viel mentaler Stress macht sich gezielt an diesen Muskelmarmapunkten bemerkbar.

Aber auch Angst und Sorge kann sich in den Muskeln manifestieren. Oftmals schon erkennbar durch die zusammengezogenen Schulterpartien bzw. Gesäßmuskeln. Die Schulterpartien werden in der ayurvedischen Marmalehre als “Größe”, “Stärkung” bezeichnet. Ebenso befinden sich in der Gesäßregion mehrere “Stärkepunkte” die sich bei mentaler Überbelastung zusammenziehen und somit typische Ischiasschmerzen herausfordern können.
Durch z.B. zu viel innere Unruhe sucht sich der Körper mit Hilfe unseres Nervensystems eine Schutzhaltung („Panzer aufbauen”) bzw. versucht er, durch die Stärke der Muskeln den fehlenden Halt (physisch als auch mental) auszugleichen. Kann der Körper dieses Defizit an Kraft nicht mehr ausgleichen, so fühlt sich der Mensch nicht nur physisch schwach, sondern auch psychisch seiner Kraft beraubt.

Durch gezielte Massageabläufe werden belebende oder beruhigende Impulse an den Marmas gesetzt, so dass der Körper nach seinen individuellen Bedürfnissen reagiert. Dadurch ist dem Organismus die Möglichkeit gegeben, sowohl körperliche als auch mentale Funktionen zu regulieren. Innere Rhythmen wie z.B. Kreislauf, Atmung, Verdauung, Wach-Schlaf-Rhythmus etc. können somit wieder gekräftigt werden.

Nasya (Einreiben der Naseninnenwände)

Tipp zur täglichen Routine besonders jetzt zur Winterzeit:

Da die Nase die „Pforte des Kopfes” ist, sind die Schleimhäute Schnell ausgetrocknet, sei es durch Stress oder trockene Heizungsluft/Klimaanlage. Reiben Sie gerade jetzt in der Winterzeit die Naseninnenwände morgens und abends jeweils mit einem Tropfen Sesamöl, noch besser mit Brahmi-Öl, ein.

Das stärkt das Immunsystem, die Nasenschleimhaut und kann sich positiv über längeren Zeitraum auf chronische Nackenverspannungen, Kopfschmerzen (auch Migräne) und Tinnitus auswirken.

Die Nase hat direkten Zugang zum Nervensystem, somit wird durch Nasya das Zentrale und Vegetative positiv beeinflusst sowie Geist und Psyche grundlegend gestärkt.

Erschienen im Ayurveda Journal 20

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Das Ayurveda Journal beschäftigt sich in dieser Ausgabe als Titelthema mit dem Schwerpunkt “Unsere Haut”.

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Dipl. Sozialpädagogin (Schwerpunkt Public Health), Heilerziehungspflegerin und Fitnesstrainerin. 1999 erste Erfahrungen mit Ayurveda, sechs Monate in Kerala/Indien, vier Monate Privatunterricht bei Dr. K.R. Unnikrishman, BAMS (Heritage Ayurveda Asramam). Seit dem neun Weiterbildungen in Indien. Ausbildung zur Ayurvedaberaterin in Hamburg. Seit Juni 2000 selbständig, spezialisiert auf die Ayurvedamassagen. Seit September 2008 nun mit eigener Praxis tätig in Hamburg/Ohlsdorf sowie freiberuflich seit Februar 2008 im MeridianSpa Wandsbek.