Immer mehr Menschen haben es heutzutage mit Schlafstörungen zu tun. Die Ursachen sind vielfältig, die üblichen Therapien häufig nicht wirklich erfolgreich. Schlaf ist ein aktiver Prozess des Gehirns. Während des Schlafes werden wichtige Aktivitäten, wie die Informationensverarbeitung des Tages oder Zellreperaturen, durchgeführt. Schlaf ist ein Grundbedürfnis, dessen Dauer von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann. Schlafstörungen sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Man unterscheidet zwischen Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, Zerschlagenheit am Morgen, Schlafapnoe und Restless-Legs. Schlafstörungen zählen neben Kopfschmerzen zu den häufigsten psychosomatischen Beschwerden:

Etwa 25% der Erwachsenen leiden gelegentlich unter Ein- und/oder Durchschlafstörungen (Insomnie), 7% sogar häufig oder ständig. Insbesondere Frauen mit 24% (Männer 13%) klagen über Schlaflosigkeit.

Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, vermehrte Tagesmüdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Probleme am Arbeitsplatz sind die Folgen. Langfristig treten auch Übergewicht, frühzeitige Alterung, eine vermehrte Infektanfälligkeit und das Risiko für Herzerkrankungen auf. Die Betroffenen fühlen sich meist hilflos, unverstanden und allein gelassen.

Ursachen der Schlafstörung

Laut Ayurveda ist die grundlegende Ursache einer jeden Schlafstörung eine Störung des Vata-Doshas (Konstitutionsprinzip der Bewegung). Sie kann aus falschen Essgewohnheiten, übermäßigem Denken und Reden, Bewegungsmangel und/oder schlechten Schlafgewohnheiten resultieren. Fehlender sportlicher Ausgleich bei Stress, Überlastung und psychischen Problemen kann neben den Schlafstörungen zusätzlich zu Energielosigkeit, Ängstlichkeit, Kummer, Ärger und Unsicherheit führen. Bei einer reinen Vata-Schlafstörung manifestieren sich oft weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie steife Gelenke und Gliedmaßen, Rücken- oder Kopfprobleme, Trockenheit, Verstopfung, Verwirrtheit, wenig Energie und Erschöpfung. Vatastörungen können zusätzlich auch die gesunde Balance von anderen Doshas beeinflussen. Weitere Probleme sind dann die Folge und andere Symptome wie beispielsweise Schwitzen, Durst, Reizbarkeit, und/oder hoher Blutdruck treten auf. Übergewicht, Steifheit und/oder Darmträgheit können folgen.

Ayurvedische Diagnostik als Schlüssel zum Erfolg

Durch die tiefgehende, ganzheitliche ayurvedische Diagnostik können die vielschichtigen und unterschiedlichen Ursachen der Schlafstörung aufgedeckt und im Rahmen einer äußerst individuellen Therapie behandelt werden. Die Pulsdiagnose, unterstützt durch Antlitz- und Zungendiagnose sowie intensive Gespräche mit dem behandelnden ayurvedischen Arzt geben ein exaktes Bild über die Ursprünge der Schlaflosigkeit.

Die Therapie

Bei der Behandlung stehen harmonisierende ayurvedische Massagen und spezielle Anwendungen mit doshaspezifischen Kräutern und Ölen im Fokus. Sie werden je nach Schlafstörung bzw. Dosha-Ungleichgewicht ausgewählt und haben je nachdem eine Dosha-anregende oder -senkende Wirkung. Eine Vata-reduzierende Ernährung dient im Rahmen der ganzheitlichen Therapie zum nachhaltigen Ausgleich der Doshas. Yoga, Pranayama und Meditation ein- oder zweimal am Tag sorgen für Entspannung und gelten als die beste Medizin gegen Schlafstörungen und für alle anderen mentalen Probleme. In intensiven Beratungsgesprächen werden anhand der auslösenden Ursachen Lebensstil-Empfehlungen für die Kur und nachbegleitende Maßnahmen besprochen. Dabei spielt die ayurvedische Schlafhygiene eine zentrale Rolle.

Je nach Schwere der Störung ist eine Kur ab 11 Tagen zu empfehlen, die die auslösenden, vielschichtigen Ursachen aufgedeckt und gezielt therapiert. Der Betroffene findet wieder zu einem erholsamen und gesunden Schlaf und kann den Anforderungen des Alltags positiv gegenübertreten.

Ayurvedische Hausmittel bei Schlafstörungen und Nervosität

Badam-Milch

Zubereitung und Anwendung: 1 Tasse Milch mit 1 TL Mandelpulver/- mus, 1-2 Msp. Muskatnusspulver, 3 Kardamomkapseln und1/2 TL Palmzucker kochen. Anschließend 1 TL Ghee hinzufügen. Die warme Milch 1 Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

Rosenwasserspülung

Augen mit Rosenwasser ausspülen, danach 1 Tropfen warmes Ghee in die Augen träufeln und sofort schlafen gehen.

Yoga und Entspannung

Zusätzlich helfen die erwähnten Maßnahmen aus dem Yoga, der ja allgemein eine auf das Nervensystem beruhigende und stabilisierende Wirkung entfaltet. Wichtig sind dabei die Atemübungen wie Ujjayi-Pranayama (erwärmende Atmung) oder Shitali-Pranayama (kühlende Atmung).

Ayurveda Journal 27 · Seite 12 – 13