Die Werbung verspricht uns Lebenskraft durch Vitalstoffe in unserer Nahrung oder als Nahrungsergänzungsmittel. Es gibt eine ganze Industrie, die darauf aus ist, uns Gesundheit und Energie zu verkaufen. Dabei sind Gesundheit und Lebenskraft nicht nur Dinge, die wir aufbauen oder erwerben müssen, sondern die bereits in uns stecken und die wir nur zu erwecken brauchen.

Ein ausgeglichener Energiefluß im Körper und im Geist ist die Voraussetzung, zu allen Zeiten Kraft zu schöpfen und darin zu bleiben. Bei starken Belastungen und stressigen Lebenssituationen ist die Energie oft im Kopf gestaut und verhindert, gesundes Denken und die eigene Energie richtig einzuschätzen.

Unter dauerndem Streß fühlen wir uns schnell überfordert und reagieren mit Erschöpfung. Die ist aber eher gedacht als real.

Natürlich werden mehr Nährstoffe unter körperlichen und geistigen Belastungen verbraucht und es ist sinnvoll mit Vitalstoffen über Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel und Massagen die Regeneration zu fördern.
Doch meistens „denken” wir uns müde, weil das, was wir tun, nicht unsere Sehnsüchte erfüllt, weil sich unschöne Situationen immer wieder ereignen und wir glauben, sie nicht beeinflussen zu können.
Es gibt kinesiologische Untersuchungen, die zeigen, dass Menschen, die an ihre Probleme denken, eine Kraftminderung erfahren, sobald sie aber an etwas Positives denken, steigt die Kraft. Das bedeutet, dass Menschen, die viel grübeln und negativ denken, auch kraftloser sind.

Es ist interessant, dass bei den meisten Menschen die Gedanken eher negativ als positiv sind, wie schnell wir uns innerlich über andere aufregen, etwas wiederholt beklagen oder uns an unschöne Situationen in der Vergangenheit erinnern. Im Ayurveda wir dieser Zustand als Vata-Störung beschrieben, im Yoga stehen die innere Aufregung und Gebundenheit (Rajas) und depressive Verstimmtheit (Tamas) für ein kreisendes Denken, das keine Probleme löst, sondern neue schafft.

Um wirklich nachhaltig kraftvoll im Leben zu stehen, müssen wir eine positive Lebenseinstellung kultivieren. Und das beginnt mit motivierendem positiven Denken.

Das Geheimnis ist, dass wir uns fast ausschließlich mental energetisieren, vor allem dann, wenn wir inspiriert sind, wenn etwas vor uns liegt, was uns richtig Spaß macht und uns erfüllt.
Diese Energien können wir jederzeit abrufen. Im Yoga gibt es Übungsreihen wie den Sonnengruß, die den Energieaufbau unterstützen sowie unschlagbare Atemübungen (Pranayama) wie die Stoßatmung (Bhastrika). Das gilt auch für Übungen aus den fernöstlichen Kampfkünsten wie Karate, Aikido, Tai Chi und Chi Gong, bei denen es vorrangig um die ausgewogene Energieverteilung im Körper geht.
Wenn wir uns vorstellen, wie wir wirklich leben möchten und beginnen, unseren Lebenstraum zu realisieren, werden plötzlich ungeahnte Kräfte frei – egal wie fertig wir vorher waren. Das Denken und Handeln in die Richtung unserer Träume läßt genau die Energie in uns frei, nach der wir uns sehnen, und macht uns wieder jugendlich kraftvoll, frisch und fröhlich.

Diese mentalen Techniken sind aus dem Yoga, dem Buddhismus, dem TAO, den Veden, dem Urchristentum und vielen anderen alten Schriften bekannt. Sie sind der Schlüssel für wahre Lebensfreude und können ohne Probleme in unsere heutige Zeit übertragen werden.

Es lohnt sich, noch stärker den ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen und Körper und Geist gleichzeitig über Nahrung und Vitalstoffe, Bewegung und den richtigen Gedanken in die Vitalität zu bringen, mit der man Bäume ausreißen, Berge versetzen und echte Veränderungen in seinem Leben bewirken kann.
Ayurveda Journal 26 · Seite 10 – 11