Das Frühjahr ist die Jahreszeit der Reinigung. Wenn wir im Winter sehr Kapha-erhöhende, schwere, fette und süße Kost zu uns genommen haben, kann sich übermäßiges Kapha angesammelt haben, das sich dann im Frühjahr durch eine Erkältung, Bronchitis oder Frühlingsallergie zeigt.

Vielleicht haben Sie Lust, ihrem Körper und sich selbst etwas Gutes zu tun, indem sie Kräutertees aus Brennessel, Himbeer- oder Erdbeerblättern, Gänseblümchen, Schafgarbe, Löwenzahn oder eine Mischung aus je drei Kräutern kurmäßig über den Tag verteilt zu sich nehmen.
Vielleicht haben Sie auch Freude daran, ihren Salat oder ihre Gerichte mit Wildkräutern zu verfeinern. Unsere heimischen Wildkräuter werden der Geschmacksrichtung „bitter“ zugeordnet. Der bittere Geschmack wird den Elementen Luft und Äther (Vata) zugeordnet, ist leicht, kalt, trocken und erhöht Vata. Er hilft, Pitta und vor allem Kapha auszubalancieren bzw. zu reduzieren. Die bittere Geschmacksrichtung wirkt entgiftend, antibakteriell, lindert Juckreiz, Brennen, strafft Haut und Muskulatur und fördert die Bauchspeicheldrüsentätigkeit. Sie reduziert Gewicht und Fett, Toxine (Giftstoffe) und reinigt das Blut. Bittere Pflanzen vermindern das Verlangen nach Süßem.
Ich möchte hier nur einige meiner Lieblings-Frühlingskräuter vorstellen.

Ich liebe Gänseblümchen. Sie sind sehr schön anzusehen, selbst noch in getrocknetem Zustand. Gänseblümchen schmecken leicht scharf und eignen sich hervorragend als dekorative und gesunde Salatbeigabe. Sie regen den Stoffwechsel und die Leber an, wirken schleimlösend, regenerierend und günstig bei Wasseransammlungen im Körper.

Die Brennnessel beruhigt, ist entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Sie ist gut für Gelenke, Blase, Leber, Galle, für den Eisenstoffwechsel und bei Menstruationsbeschwerden. Die Brennessel fördert die Wundheilung, stimuliert das Immunsystem und beugt Frühjahrsmüdigkeit vor. Wenn Sie junge Brennesselblätter in den Salat geben möchten, sollten sie sie vor dem Anrichten auf jeden Fall heiß überbrühen.

Der Löwenzahn erfreut nicht nur Kinderherzen, seine Blätter, Blüten und Wurzeln können vielseitig in der Küche oder als Tee verwendet werden. Löwenzahn ist verjüngend, regt den Stoffwechsel und die Ausscheidung an, wirkt blutreinigend und entgiftend vor allem bei zu hohem Pitta. Er eignet sich gut für Leber, Galle, Lymphstauungen und verbessert das Allgemeinbefinden.

Schon in meiner Kindheit habe ich gerne Sauerampfer gegessen. Er gibt den Speisen einen leicht säuerlichen Geschmack. Außerdem wird er wegen seiner schleimlösenden, entzündungshemmenden Wirkung zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Nebenhöhlenentzündungen angewendet.

Die Schafgarbe ist ein vielseitiges Tee-Kraut, das die Schleimhäute stärkt. Der Tee wird gerne bei Erkältungen, Grippe, Infektionen sowie bei starken Menstruations-Blutungen und –Krämpfen eingesetzt, auch während der Wechseljahre ist er sehr wertvoll. Schafgarbe sollte nicht gekocht werden.
Vielleicht bereiten sie ihren nächsten Salat mit Bärlauch, Sauerampfer, Gänseblümchen und Co zu oder probieren einmal die „etwas andere“ Kräutersuppe aus.

Kräuter-Zitronen-Suppe (4 Personen)

2 EL Ghee
1/2 TL gem. Cumin
1/2 Tasse Vollkornmehl (Dinkel/Weizen)
1 Stück frischer Ingwer
1 l Gemüsebrühe
1 TL Kurkuma
1-2 Stengel Zitronengras (je nach Geschmack)
250 ml süße Sahne
Salz, Pfeffer
div. frische Wildkräuter

Ghee erhitzen, die Gewürze darin anrösten. Mehl hinzugeben und kurz anschwitzen lassen, Zitronengras zugeben und mit der Gemüsebrühe ablöschen.
Ca. 15 Minuten köcheln lassen. Gehackte Wildkräuter und Sahne hinzufügen. 5 Minuten durchziehen lassen. Die Sahne kann auch durch Reismilch ersetzt oder weggelassen werden. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Auf Teller geben, mit einem Klecks geschlagener Sahne und Gänseblümchen garnieren. Guten Appetit.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei ihrem nächsten Frühjahrsspaziergang, beim Sammeln “Ihrer” Wildkräuter sowie bei der kreativen Zubereitung.
Ayurveda Journal 13 · Seite 17