Unser Frühling bedeutet „Gletscherschmelze“ für Körper und Geist. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick…“ Mit der poetischen Beschreibung der äußeren Frühlingsszene feiert Goethes „Faust“ im „Osterspaziergang“ gleichzeitig sein Inneres. Was sind das für „Gletscher“, die da schmelzen?

Der Winter ist die Zeit von Kapha, von Aufbau und Substanz. Mit gesteigertem Appetit haben wir einen Schutz, oder wenn wir so wollen: einen Panzer, gegen Kälte und Krankheiten geschaffen. Dieser Panzer ist es, der sich im Übergang zum Frühling hin auf natürliche Weise löst. Die frühjährliche „Gletscherschmelze“ bewirkt aber auch Verschleimungen vieler Art. Das nun verflüssigte Kapha schwächt unseren Stoffwechsel. Ein reduziertes Feuer oder Agni führt zu Blockaden im Verdauungssystem. Wir fühlen uns schwer, obwohl wir uns gleichzeitig vom Frühling beflügelt empfinden. Um die Gletscherschmelze zu kanalisieren, eignet sich am Ende des Winters eine Reinigung nach Ayurveda-Prinzipien. Spezielle Menüs können dabei helfen. So handeln wir präventiv und begleiten das Kapha auf seinem Weg nach außen – für einen kraftvollen Start in den Frühling.

Grüne Mung-Power-Suppe

Ebenso wie Ghee darf die Mungbohne bei keiner ayurvedischen Reinigung fehlen. Die geschälte Mungbohne steckt voller Proteine und ist im Unterschied zu anderen Hülsenfrüchten sehr leicht verdaulich. Sie gilt im Ayurveda als „die Königin der Hülsenfrüchte“. In Ihren Eigenschaften ist sie, wiederum im Unterschied zu anderen Hülsenfrüchten, von aufbauender, läuternder Qualität und deshalb so wertvoll für eine ayurvedische Reinigung. Über Nacht eingeweicht, braucht die Mungbohne nur 20 Minuten Garzeit, um im Verdauungstrakt wunderbar aufgenommen und aufgeschlüsselt zu werden.

Zutaten für 2 Personen:

  • 6 EL Mungdal, geschält und halbiert
  • 2 EL Ghee
  • ½ TL Kreuzkümmel, ganz
  • ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • ½ TL Kurkuma
  • 1 Stück Ingwer
  • ¼ TL schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Asafoetida
  • 1 Zucchini
  • 1 Handvoll junger Spinat
  • Salz
  • Etwas Zitronensalz
  • Frisches Koriandergrün

Zubereitung:

Ingwer schälen und hacken. Zucchini waschen und würfeln. Spinat waschen und abtropfen lassen. Mungdal in einem Sieb gut abwaschen und abtropfen lassen. Ghee in einem Topf erhitzen. Ganze Kreuzkümmelsaat hineingeben und goldbraun werden lassen. Ingwer dazu geben. Mungdal in den Topf geben und kurz im Ghee wenden. Mit 2 Tassen Wasser ablöschen. Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma, Asafoetida und Pfeffer hinzugeben. Einmal rühren. Den Mungdal 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen ohne zu rühren. Zucchini zum Mungdal geben und so lange mitkochen lassen, bis Zucchini und Mungdal gar sind. Der Mungdal lässt sich dann ganz einfach zwischen den Fingern zerquetschen. Am Schluss den Spinat dazu geben und kurz mit garen. Mit Salz abschmecken. Mungdal in Schalen geben. Koriander zupfen und auf die Suppe streuen. Mit etwas Zitronensalz besprenkeln.

Karottencremesuppe

Die Karotte regt unser Agni an. Sie ist trotz ihrer Süße verdauungsfördernd. Diese zarte Karottencreme wirkt mild und gleichzeitig wärmend auf unseren Stoffwechsel.

Zutaten für 2 Personen:

  • 2 EL Ghee
  • 500 g / 1 Bund Karotten
  • 1 Kartoffel, festkochend
  • 50 g Sellerieknolle
  • 1 Schalotte
  • 1 Stück Ingwer, frisch
  • ¼ TL Kurkuma, gemahlen
  • ½ TL Koriandersaat, gemahlen
  • ¼ TL Shunti (=Ingwerpulver), trocken und gemahlen
  • 1 EL Apfeldicksaft
  • 1 Prise Pippali
  • 2 Messerspitzen Orangen-Ingwer-Curry
  • 2 Salbeiblätter
  • ½ TL Salz

Zubereitung:

Knoblauchzehe, Schalotte und Ingwer schälen und fein hacken. Karotten und Kartoffeln schälen und würfeln. Selleriestück würfeln. 1 ½ EL Ghee in einem Topf erhitzen. Ingwer in das heiße Fett geben, anschließend die Schalotte mitdünsten. Dann die Karotten-, Sellerie- und Kartoffelwürfel hineingeben und kurz anschwitzen. Mit 500 ml Wasser ablöschen. Koriander, Shunti und Kurkuma hinzugeben. Unter geschlossenem Deckel für 15 Minuten köcheln lassen. Suppe mit einem Pürierstab pürieren. Mit Orangen-Ingwer-Curry und Salz abschmecken. Salbeiblätter in einer Pfanne mit ½ EL heißem Ghee kross braten. Salbei aus der Pfanne nehmen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen. Die Suppe in Schalen füllen und mit dem Salbei garnieren. Mit Sesamsaat und einer Prise Pippali bestreuen.

Leuchtende Fenchel-Bet-Suppe

Rote Bete erdet und befeuert gleichermaßen unser Blut. Dazu harmonisierender, verdauungsfördernder Fenchel. Beide Gemüse sollten in keiner Reinigungs-Woche fehlen. Dieses leichte Reinigungs-Menü wirkt balancierend, ausleitend und sorgt für frühlingshafte Frische im Kopf.

Zutaten für 2 Personen:

• 1 EL Ghee
• 2 mittelgroße Rote Bete-Knollen
• 1 Fenchelknolle
• 1 Stück Ingwer, frisch
• 1 Stab Zitronengras
• 1 TL Anissaat
• 3 Nelken
• ½ TL Kurkuma
• 1 TL Salz
• ¼ TL schwarzer Pfeffer
• 1 TL Kalonji (Schwarzkümmel)
• Roter Pfeffer
• Petersilienblatt und Stängel
• Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Ingwer schälen und fein hacken. Zitronengras mit einem Messerstiel etwas zerstampfen. Rote Bete schälen und würfeln. Fenchelknolle waschen und äußerste Schicht entfernen. Fenchelstiele abscheiden und hacken. Knolle halbieren und in Streifen schneiden. Ghee in einem Topf zum Schmelzen bringen. Anissaat und Nelken in das Fett geben. Ingwerstückchen dazu geben. Dann die roten Zwiebelringe mit andünsten. Zitronengras und die Stückchen Fenchelstange zu den Gewürzen geben, mit anschwitzen. Rote Bete in den Topf geben und bei geschlossenem Deckel fünf Minuten garen lassen. Fenchel und Kurkuma dazu tun und im Topf wenden. Mit 500 ml Wasser ablöschen. Kurkuma und Salz hinzu geben. Bei geschlossenem Deckel für 12 Minuten köcheln lassen, bis Rote Bete und Fenchel gar sind. Petersilienblätter zupfen und die Stängel hacken. Die Suppe in Schalen geben. Mit Petersilie und Kalonji bestreuen. Roten Pfeffer darüber mahlen. Einen Spritzer Zitronensaft dazugeben.

Ein Ayurveda-Detox-Menü

Zutaten für 2 Personen:

Reis

  • ½ Tasse Basmatireis
  • 1 Tasse Wasser
  • 1 Prise Salz
  • ½ TL Kalonji (Schwarzkümmel)

Fenchel-Aprikosen-Filets

• 1 Fenchelknolle
• 2 EL Ghee
• 1 Stück Ingwer (1 cm)
• ½ Rote Zwiebel
• 4 getrocknete Aprikosen
• 1 Prise Fenchelsaat
• 1 Prise Anissaat
• Salz
• Roter Pfeffer
• 1 Spritzer Zitronensaft
• 1 Prise Dattelsüße

Mung Tarka

Tarka bedeutet, ein Gericht aus Hülsenfrüchten mit Gewürz-Ghee zu übergießen. Das gibt dem Mus einen einzigartigen, nussigen Geschmack.

• 200 g Mungdal, geschält und halbiert
• 500 ml Wasser
• 1 Messerspitze Kurkuma
• 1 Prise Asafoetida (alternativ: gehackte Schalotte)
• 2 EL Ghee
• 1 TL braune Senfsaat
• 1 TL Kreuzkümmel, ganz
• 1 TL Curryblätter
• Frisches Koriandergrün
• Salz

Zubereitung:

Reis

Reis in einem Sieb waschen, bis das Waschwasser klar ist. Reis mit dem Wasser sowie mit Salz und Kalonji zum Kochen bringen. Wenn das Wasser verdampft ist, den Reis vom Feuer nehmen und nachziehen lassen.

Fenchel-Aprikosen-Filets

Fenchelknolle waschen und achteln und längs in acht Scheiben schneiden. Ingwer schälen und hacken. Aprikosen in Streifen schneiden. Rote Zwiebel in feine Streifen schneiden. Ghee in einer beschichteten Pfanne schmelzen. Fenchelsaat, Anis und Ingwer in das heiße Ghee geben. Fenchelscheiben in das Ghee geben und vorsichtig wenden. Mit Wasser, ca. 200 ml, ablöschen. Zwiebel und Salz dazu geben. Bei geschlossenem Deckel den Fenchel von jeder Seite fünf Minuten garen lassen. Aprikosenstreifen und Dattelsüße über den Fenchel streuen. Kurz mitdünsten. Mit Zitronensaft, Salz und Rotem Pfeffer abschmecken. Reis und Linsen in eine große Schale geben. Fenchel-Filets anordnen. Fenchelgrün darüber streuen. Koriandergrün auf die Mungbohnen zupfen.

Mung Tarka

Mungdal mit Kurkuma, Asafoetida und 500 ml Wasser zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme weiter köcheln lassen, bis der Mungdal fast gar ist. Ghee in einer Pfanne erhitzen. Die Senfsaat darin springen lassen und zusammen mit dem dem Kreuzkümmel goldbraun braten, Curryblätter hineingeben und zur Seite stellen. Wenn der Mungdal fast gar ist, das Ghee darunter ziehen und mit Salz abschmecken. Mungdal ist gar, wenn er eine breiartige Konsistenz hat.