Die Phytotherapie spielt im Ayurveda eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Hautkrankheiten. Neben den Bitterdrogen gibt es eine Reihe von Heilmitteln im Ayurveda, die generell „hauttherapeutisch“ (kushtha-ghna) wirken. In der Tabelle links werden die wichtigen Einzeldrogen für die Behandlung der Haut mir ihren wichtigsten Wirkungen aufgeführt.

Sanskrit-Bezeichnungbotanische/deutsche Bezeichnungallgemeine Wirkung
DhanyakaCoriandrum sativum, Korianderappetitanregend; pitta-reduzierend; unterstützend bei allen pitta-Symptomen; bei Akne Verwendung als Packung (lepa)
MishreyaFoeniculum vulgare, Fenchelpitta-reduzierend,; unterstützend bei allen pitta-Symptomen; kühlend
KumkumaCrocus sativus, SafranReduktion aller 3 dosha; Förderung der Schönheit der Haut (varnya); aromatisch; Verwendung in Salben & Packungen (lepa)
HaridraCurcuma longa, Gelbwurz“blutreinigend” (rakta-shodhana); Bitterdroge; leber- und galleanregend; antiseptisch, v.a. auch bei offennen Verletzungen
ShatapatriRosa centifolia, Zentifolienblütenpitta-reduzierend; kühlend; Förderung der Schönheit der Haut (varnya); aromatisch
CandanaSantalum album, Sandelholzkühlend; pitta-reduzierend; auch äußerliche Anwendung als aromatisches Hautpflegemittel und bei kleineren Entzündungen
JapaHibiscus rosasinensis, rote Hibiskusblütenhaarwuchsfördernd als lokale Anwendung bei Alopezie
KumariAloe vera, Echte Alorekühlend, choleretisch; lokal entzündungshemmend und gut als Erstversorgung von Verbrennungen
YashtimadhuGlycyrrhiza glabra, Süßholzgut für die Haare (keshya); wundheilungsfördernd, juckreizlindernd
AmalakiEmblica officinalis, Indische Stachelbeeregenerelles Rasayana; bestes pflanzliches Mittel zur Reduktion von pitta; Verwendung als Haaröl und für Packungen der Kopfhaut
ShatavariAsparagus racemosus, Wilder Spargelgut für die Haare (keshya); Rasayana
BrahmiBacopa monnieri, Kleines Fettblatthilfreich bei psychisch bedingten Hautkrankheiten (medhya)
MadukaparniCentella asiatica, Indischer Wassernabelhilfreich bei psychisch bedingten Hautkrankheiten (medhya); “blutreinigend” (rakta-shodhana)
GuduciTinospora cordifolia, GuduchiRasayana; Bitterdroge; “blutreinigend” (rakta-shodhana)
NimbaAzadirachta indica, Niembaumantiseptisch; Bitterdroge; “blutreinigend” (rakta-shodhana); lokale Anwendung bei Mykosen
KhadiraAcacia catechu, Gerber-Akazielaut klassischer Aussage: “bestes Hauttherapeutikum” (kushtha-ghna)
BhumyamalakiPhyllanthus niruri, Bitterer Stachelbeerbaumkühlend; hauttherapeutisch (kushtha-ghna)
BhringarajaElicpta alba, Mehlblumegut für die Haare (keshya)
DaruharidraBerberis ariastata, Indische Berberitze
hauttherapeutisch (kushtha-ghna)
BakuciPsoralea corylifolia, HarzkleeHauptmittel bei der Behandlung von Vitiligo
KakodumbaraFicus hispidahilfreich bei Vitiligo
CakramardaSenna tora, alt: Cassia torahauttherapeutisch (kushtha-ghna); juckreizlindernd; hilfreich bei Mykosen

Dosha-Zuordnungen

Über die wahrnehmbare Symptomatik lassen sich die Doshas den Hautproblemen zuordnen. Diese Sichtweise unterscheidet sich von der modernen Einteilung nach verschiedenen Erkrankungen. Dem Ayurveda geht es darum, die zugrunde liegende Störung zu erfassen.

VataPittaKapha
trocken
rau
schmerzhaft
stechender Schmerz
abgemagert
zusammengezogen
(aus)geweitet
Cutis anserina
zyanotisch
bräunlich
gerötet
brennend
feucht
nässend
eiternd
nekrotisch
fauliger Geruch
fettig
kühl
erhaben
juckend
fixiert
schwer
weißlich

Kombinationspräparate für die Behandlung der Haut mit ihren wichtigsten Wirkungen

Sanskrit-BezeichnungKlassifikationallgemeine Wirkungen
Triphala-CurnaPulverkombination aus drei Früchten mit Haritaki (Terminalia chebula)mildes bewährtes Abführmittel; generelles Rasayana
Manjishtadi-KvathaDekokt mit Manjishta (Rubia cordifolia)berühmtes blutreinigendes Mittel; Basistherapeutikum der meisten Hautkrankheiten.
Samshamani-VatiExtrakt von Guduci (Tinospora cordifolia) Rasayana; Bitterdroge; “blutreinigend” (rakta-shodhana)
Kaishora-Guggulu
Präparat mit Guggulu (Commiphora mukul) und Guduci (Tinospora cordifolia)
Basismittel für die meisten Hautkrankheiten und Rakta-Dhatu-Störungen. Vereinzelt wurden allergische Reaktionen beobachtet.

Ernährung und Verhalten

Zuträgliche Ernährung

  • bittere, leicht verdauliche Substanzen bevorzugen
  • warme Mahlzeiten
  • „alter“ Reis, Gerste, Weizen, Mudga (Phaseolus radiatus, Mungbohnen bzw. -linsen), Masura (Lens culinaris, Hindi: Masur, rosafarbene Linsen), Adhaki (Cajanus cajan, Hindi: Tuver, große gelbe Linsen), bittere Gemüse, alle Kürbisgewächse inkl. Zucchini und Gurken, Ghie, süße Früchte, Kurkuma, Ingwer, bittere Kräuter

Abträgliche Ernährung

  • saure, scharfe, salzige, frittierte Nahrung
  • schwerverdauliche und srotas-blockierende Nahrung
  • verstopfende Nahrungsmittel
  • Zucker bzw. Rohrohrzuckermasse (guda; engl.: Jaggery)
  • Tomaten, saure Früchte
  • nichtvegetarische Kost (Eier, Fleisch, Fisch, Wurst)
  • Sesam, Masha (Phaseolus mungo, Hindi: Urid oder Urad)
  • unverträgliche Nahrungsmittelkombinationen besonders mit Milch (viruddhahara)
  • Nahrungsaufnahme, bevor vorangegangene Mahlzeit verdaut ist
  • kalte Getränke sofort nach Sonneneinstrahlung, Hitze oder körperlicher Anstrengung

Zuträgliches Verhalten
Schwitzen

Abträgliches Verhalten

  • Tagesschlaf
  • Unterdrückung der natürlichen Reinigungsreflexe bes. des Brechreizes (vega-dharana)
  • negative Gefühle (bes. Ängste und Aggressionen)
  • Körperliche Belastung nach einer schweren Mahlzeit
  • Sonneneinstrahlung oder Hitze nach einer schweren Mahlzeit
  • Geschlechtsverkehr während der Verdauungsphase
  • Nicht regelgerecht durchgeführte Reinigungstherapien (Shodhana)

Heft 21 – Anspannung und Stress

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