Wie sie nicht nur diesem Heft entnehmen können, ist der Ayurveda für seine Massagetechniken und Ölbehadlungen berühmt. Regelmäßig angewendet werden diesen Techniken viele segensreiche Wirkungen zugeschrieben. Wir finden aber nicht nur Ganzkörpermassagen, auch ganz spezifische Teilmassagen können ganz gezielt eingesetzt werden, um Befindlichkeitsstörungen zu beseitigen oder Krankheiten zu behandeln. Hervorgehoben werden ganz besonders die vorbeugende Funktion dieser Techniken.

Das Nervensystem und unsere Haut haben den gleichen Ursprung, deshalb wirkt jede Massage sehr beruhigend nicht nur auf den Körper sondern auch auf Geist und Psyche, bzw. bringt die Bioenergien Vata, Pitta und Kapha in Balance. Mit Hilfe gezielt eingesetzter Massagetechniken lassen sich tiefgreifende Verjüngungswirkungen durch eine intensive Reinigung der Haut und des darunter liegenden Bindegewebes erzielen.

Brustmassage

Ayurveda empfiehlt das tägliche Massieren der Brüste, denn hierdurch entsteht ein optimaler Stimulus zur Harmonisierung des weiblichen Hormonzyklus. Die Massage sorgt für straffe Haut und straffes Bindegewebe, verhindert Brustschmerzen, Verspannungen und Entzündungen im Brustbereich, beugt Zystenbildung und Brustkrebs vor, aktiviert das Herz und das Herzchakra und stellt während der Stillzeit einen regelmäßigen und ungehinderten Milchfluss her.

Man kann täglich nach dem Duschen die Brüste und das Dekolleté für wenigstens 3 Minuten sanft in kreisen-den Bewegungen massieren. Ebenso kann der Bereich um das Brustbein mit kreisenden Bewegungen von unten nach oben massiert werden.

Gesichtsmassage

Zur intensiven Pflege der Gesichtshaut bietet sich z.B. ein spezielles Kokosöl mit den edlen Wirkstoffen echter Rosenblütenblätter an. Tägliches Einmassieren von lauwarmem Öl von außen nach innen wirkt belebend und entspannend zugleich und sorgt für besonders reine und strahlende Haut.

Folgender Massageablauf hat sich besonders bewährt: Am besten reinigt man das Gesicht vorher mit warmem Wasser und reibt es anschließend mit einem in Rosenwasser getränkten Wattebausch ab.

Anschließend wird das Gesicht und die Ohren mit warmem Öl eingerieben. Mit kreisenden Bewegungen wird dann das Öl von den Ohrläppchen zum Kinn und von den Ohren zu den Nasenflügeln jeweils zweimal einmassiert. Es folgen kreisende Bewegungen um den Mund. Dann wird die Nase von der Spitze zur Stirn massiert, anschließend beide Nasenflügel. Am unteren Ende der Nasenflügel sowie an den Enden und in der Mitte der Augenbrauen befinden sich Energiepunkte, die mit den Zeigefingern für 3 – 5 Sekunden gedrückt werden können.

Danach sanft um die Augen massieren. Nun die Stirn mit den Daumen oder zwei Fingern von der Mitte zu den Schläfen massieren, es folgt die Haaransatzlinie von den Ohren zur Stirnmitte. Dann mit den Fingerspitzen die Ohren umkreisen und mit Daumen und Zeigefinger die Ohrläppchen drücken und massieren. Danach das ganze Gesicht ausstreichen und anschließend 15 Minuten ruhen. In dieser Zeit kann man sich Gurkenscheiben oder mit Rosenwasser getränkte Wattebausche auf die Augenlider legen. Dann ein feuchtheißes Tuch aufs Gesicht legen, dies regt die Durchblutung der Haut an, öffnet die Poren und fördert die Reinigung der Haut. Abschließend das Gesicht mit warmem Wasser abspülen.

Kumari Behandlung

Abschließend möchten wir noch eine weitere Anwendung vorstellen, die jeder Frau tägliche empfohlen wird. Diese Behandlung beugt allen möglichen Störungen im weiblichen Genitalbereich vor, es hilft bei prämenstruellem Syndrom, unregelmäßiger Menstruation, kann kleinere Myome zurückbilden und beseitigt alle Arten von Pitta-Störungen im Unterleib.

Rollen sie dazu eine Baumwollwatte zu einer ca. 1cm dicken Kugel, tränken es mit einem speziellen Öl und führen es in die Vagina ein. Am besten lassen sie es über Nacht in der Vagina, dann kann es die beste Wirkung entfalten.

Bitte beachten Sie unbedingt: während der Menstruation, in den letzten Monaten der Schwangerschaft sowie bei akuten Erkrankungen und Fieber sollte man nicht massieren.Ayurveda Journal 2 · Seite 12

Vorheriger ArtikelGuggulu – Commiphora mukul
Nächster ArtikelAmalaki – Emblica officinalis
Dr. Sujata També
Sujata També ist Heilpraktikerin, Poona, Indien, geb. 1974, studierte Schulmedizin und ayurvedische Wissenschaft an der Poona Universität. Sie hat bei Dr. Balaji També die Panchakarma-Kur und die ayurvedische Physiotherapie erlernt. Seit 10 Jahren SANTULAN-Praxis für Ayurveda und Naturheilverfahren in München.