Ich bin der festen Überzeugung, dass glücklich zu sein eine Entscheidung und kein Zufall ist.

Schon Buddha sagte:„Wir sind, was wir denken“ und darin steckt eine tiefe Wahrheit, die der heutige Stand der Wissenschaft weitestgehend bestätigt. Laut dem aktuellen Wissensstand
der Gehirnforschung und Epigenetik (Aktivierung und Deaktivierung von Genen) werden Glückshormone und Stresshormone beeinflusst von unseren Gedanken ins Blut ausgeschüttet. Wie Sie sich fühlen, wird also wesentlich durch das bestimmt, was Sie denken.

Möchten Sie glücklich sein, dann seien Sie es

Sofern alles um Sie herum wunderbar läuft und das Leben Sie reich beschenkt, fällt es sicherlich leicht, glücklich und froh zu sein.

Aber was passiert mit Ihrem Geist, wenn das Leben Ihnen eine Situation präsentiert, mit der Sie hadern oder die nicht Ihren Wünschen entspricht?

Viele Menschen sehen sich dann automatisch als Opfer des Lebens und finden recht viel Genugtuung im Jammern. Gerade wir Deutschen sind darin Meister. Wenn Sie sich also ständig beschweren und im Mangelgefühl schwelgen, fahren Sie eine zielgerechte Strategie,
um so wenig wie möglich Glückshormone in Ihre Blutbahnen auszuschütten.

Mein Vater sagte schon als ich noch sehr klein war zu mir: „Carina, Leiden ist nur die Differenz
von Wunsch und Realität.“ Der Grundstein um glücklich zu sein, ist also die Erkenntnis, dass es an Ihrer eigenen Bewertung liegt, ob eine Situation Sie grimmig, traurig oder glücklich stimmt. Sie können demnach darüber entscheiden, welche Hormone in Ihr Blut ausgeschüttet
werden und folglich, wie Sie sich fühlen. Da die Wogen des Lebens niemanden verschonen und
sie schlichtweg dazugehören, ist es utopisch, vom Leben zu erwarten, dass es einem jeden Tag ausschließlich Blumen schickt. Das Bewerten der Situationen und Begebenheiten in Ihrem Leben wiederum liegt in Ihrer Hand.

Happy Buddha

Was also können Sie tun, um trotz aller Hochs und Tiefs im Leben in sich zufrieden und stets
glücklich zu sein wie ein Happy Buddha?

Die Antwort: Üben!

Genau wie Sie im Fitnessstudio Ihren Trizeps trainieren können, können Sie auch trainieren, Ihren Geist positiv zu eichen und sich für eine positive oder zumindest neutrale Bewertung jeglicher Situation zu entscheiden.
Der Trick, um aus den geistigen Automatismen auszusteigen ist:

a) üben Sie sich in Achtsamkeit und beobachten Sie Ihre Gedankengänge genauestens, und
b) trainieren Sie sich mit dem dadurch entstandenen Abstand zwischen dem Reiz, der von außen kommt, und der Reaktion, die Ihr Geist automatisch ausleben würde, darin, eben nicht in Automatismen zu verfallen, sondern bewusst zu wählen, welche Bewertung Ihr Gehirn diesem angekommenen Reiz zuteilt.

Wie an einer Bar können Sie also selbst wählen, ob Sie lieber einen Glückshormon-Cocktail, einen Stresshormon-Cocktail oder gar keinen Cocktail bei Ihren Hormondrüsen bestellen. Übrigens besagt das uralte ayurvedische Konzept von Sattva Vijaya („die Überlegenheit des reinen Geistes“) schon seit Jahrtausenden, dass ein glücklicher Geist auch die beste Grund-lage für einen gesunden und energetischen Körper ist. Stetiges Üben lohnt sich also doppelt.

Packe dich am eigenen Schopf

Für den Fall, dass Sie dennoch gedanklich in eine Negativspirale fallen sollten und sich durch Ihr Denken bereits unschöne Gefühle in Ihrem Körper ausgebreitet haben, teile ich meine drei besten Strategien mit Ihnen, um sich selbst am Schopf zu packen und Ihren Geist gezielt dazu einzusetzen, um eine Glückshormon-Ausschüttung zu erhalten:

1. Lachyoga: Lachen ist die beste und billigste Medizin und hat wissenschaftlich bewiesen
heilsame Wirkungen auf Ihr komplettes Körper-Geist-System, da es wie auf Knopfdruck Stresshormone abbaut und Glückshormone ausschüttet. Das funktioniert auch, wenn Sie unecht lachen, denn der Körper kann echtes und unechtes Lachen kaum unterscheiden. Starten Sie einfach damit lauthals „Ho Ho Ha Ha Ha“ zu lachen und bleiben Sie dran. Es mag sich vorerst komisch anfühlen, aber dann wird Ihr Lachen automatisch stärker werden und vielleicht werden Sie am Ende sogar in echtes Lachen verfallen. Tipp: Auf YouTube gibt
es viele Videos, die zum Lachyoga animieren.

2. Meditation: Sobald Sie spüren, dass gar nichts mehr funktioniert, Ihr Geist kaum mehr einzufangen ist und Sie Ihre eigenen negativen Gedanken förmlich nerven, hilft die Meditation. Setzen Sie sich auf Ihr Meditationskissen und reden Sie ein ernstes Wort mit Ihrem Geist. Sagen Sie ihm gerne auch etwas wie: „Es reicht, ich steige jetzt und hier aus!“ Wenden Sie Ihnen bekannte Meditationstechniken an oder nutzen Sie eine geführte Meditation. Ich nutze dafür z. B. gerne eine Meditation, bei der ich mir vorstelle, dass kosmische Energie mit der Einatmung in meinen ganzen Körper fließt und dass ich mit der Ausatmung Energie in der
Farbe der Liebe (pink) aus meinem Herzchakra nach außen schicke. Dabei rezitiere ich das Mantra „Ich liebe“. Danach fühle ich mich innerlich so, als hätte ich in Liebe gebadet, und spüre förmlich, wie mein Blut mit Glückshormonen durchflutet wird.

3. Tanzen: Bewegung baut Stresshormone ab. Aber es ist nicht nur die Bewegung, die das Tanzen so effektiv macht, sondern dass Sie während Sie tanzen komplett mit dem Moment verschmelzen. Ohne loszulassen funktioniert tanzen nämlich nicht. Sie können Ihre Augen schließen, Ihre Sorgen ausschütteln und das Bewegen gepaart mit Ihrer Lieblingstanzmusik löst automatisch aus, dass Glückshormone ausgeschüttet und Stresshormone abgebaut werden. Bei mir wirkt das immer Wunder!

All diese Strategien mögen Ihr Problem oder Ihre aktuelle Situation nicht verändern. Selbst wenn es etwas Mumm braucht, mit schlechter Laune zu entscheiden, die eigene Glückshormon-Armee zu aktivieren, haben Sie damit jedoch eine Wunderwaffe in Ihrer Hand.
Denn was Sie trotz unveränderbarer Situationen tun können, ist Ihr Befinden so zu beein-flussen, dass Sie allem positiver, innerlich gefestigter und mit einem gewissen inneren Abstand begegnen können. Und das ist meiner Meinung nach ein Schlüssel zum Glück.
Viel Spaß beim Ausprobieren!

Erschienen im Ayurveda Journal 58

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Das Ayurveda Journal beschäftigt sich in dieser Ausgabe als Titelthema mit dem Schwerpunkt „Rheuma & Co.“.

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