Vastu Vidya ist eine traditionelle vedische Wissenschaft, die sich mit Bau und Gestaltung von Gebäuden beschäftigt, entsprechend unserer Architektur bzw. dem chinesischen Feng Shui. Das Sanskrit-Wort Vastu bedeuten soviel wie:

das Wissen über die Innere Intelligenz einer Struktur

Die Vastuberaterin und Geomantin Susanne Lutz vom Büro Lebensplan aus Berlin hat für die Krankengymnastik- u. Massagepraxis von Elke Sylvia Vogt und die Naturheilkunde- u. Ayurvedapraxis von Ralf Vogt in Dietenheim eine Raumberatung nach Vastu Vidya durchgeführt.

Auf dieser Grundlage wurde ein Einrichtungskonzept von den Innenarchitektinnen Sabine Köppelmann und Dolores Schuh vom Büro raumpflege.design aus München erarbeitet und umgesetzt.

Das Ziel bestand darin, die heilerischen und wirtschaftlichen Aspekte der Praxis zu stärken

Sehr interessant ist hier die Verbindung zwischen den traditionellen vedischen Wissenschaften und modernem Design.

Wichtig war in diesem Zusammenhang auch die Berücksichtigung erdmagnetischer Feldphänomene wie z.B. Wasseradern und die Kreuzungspunkte von Erdmagnetgitterlinien. Insbesondere in Verbindung mit Elektrosmog und Metallgegenständen kann dies bei sensiblen Menschen sehr schnell zu Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Unruhe, Nervosität, Herzklopfen, Benommenheit und dergleichen kommen, was einer entspannenden Behandlung nicht zuträglich ist. Aus diesem Grund wurde die Holzdecke, welche an Metallschienen befestigt war, entfernt.

Bei Räumen, die für heilerische Aktivitäten genutzt werden, ist von großer Bedeutung, dass die Heilenergie aus dem Norden (Pranaenergie) richtig fließen kann. Sie unterstützt auch den Geldfluss, die Kommunikation und die zufriedenstellende Frequentierung durch Patienten.

Die Ostenergie (Jivaenergie) ist eine aktivierende Energie, die ausreichend vorhanden sein sollte, damit den Mitarbeitern Kraft und Vitalität zur Verfügung stehen, um ihre Aufgaben mit der genügenden Motivation zu bewältigen. Da der Osten hier sehr geschlossen war und nachträgliche Öffnungen nicht angebracht werden konnten, kamen Farben zum Einsatz, welche die Sonnenenergie repräsentieren. Zusätzlich wurden Yantras positioniert, traditionelle vedische Energiestrukturen, die eine bestimmte planetarische und elementare Qualität transportieren. Dadurch können Fehlbereiche und Fehlenergien im Raum ausgeglichen werden. Rein optisch erinnert ein Yantra an ein Mandala.

In nächsten Schritt wurde die Raumgeometrie betrachtet, da jeder Bereich des Raumzuschnitts stellvertretend für einen bestimmten Lebensbereich bzw. beruflichen Aspekt steht. Ein Ausgleich erfolgte auch hier durch den Einsatz von Farben sowie die gezielte Verteilung der Einrichtungsgegenstände im Raum in Abstimmung mit den Innenarchitektinnen. Auch hier kamen Yantras zum Einsatz.

Bezüglich der Nutzung eines Raumes als Praxis, ist die Lage im Norden und Nordosten am vorteilhaftesten, da der Nordosten dem feinstofflichsten Element – dem Äther – zugeordnet ist. Auch der Osten eignet sich gut dafür.

Eine Ausrichtung in Richtung Westen oder Nordwesten fördert den Austausch und die Kommunikation sowie finanzielle Belange. Der Nordwesten ist dem Mond zugeordnet, was wiederum dem heilerischen Aspekt dient.

Auch besitzt jeder Raum, wie der menschliche Körper sensible Energiepunkte und Chakren, die nicht mit schweren Gewichten, Wänden oder Konstruktionsteilen belastet werden sollten. Insbesondere vier Punkte sind besonders wichtig und gelten als die energetischen Schlüsselpunkte des Raumes. Sie werden als Mahamarmas bezeichnet. Dort wirken Reinigungsrituale besonders effektiv.

Wichtig ist, dass die Räume ganz individuell auf die darin arbeitenden Personen abgestimmt werden. Dies ist möglich durch die enge Verbindung des Vastu Vidya mit der Vedischen Astrologie (Jyotish, was Licht bedeutet). Besonders spannend ist die Erstellung eines Raumhoroskops für jeden einzelnen Mitarbeiter.

Für jeden Menschen existieren bestimmte Himmelsrichtungen, die förderlich sind und andere, die eher negative Resultate erwarten lassen

Dies ist abhängig vom Mondstand zur Zeit der Geburt. Dementsprechend wurde die Position der Arbeitsplätze des Therapeutenteams berechnet.

In der Massage- und Ayurvedapraxis von Elke Sylvia Vogt wurde als vorrangige Farbe grün eingesetzt, da durch sie der Heilungsaspekt unterstützt wird. Zudem ist dies eine Farbe, die sich vom Horoskop her positiv auf alle Mitarbeiter auswirkt.

Abschließend wurde ein günstiger Zeitpunkt für die Einweihung berechnet. Jetzt kann in der Massage- und Ayurvedapraxis nichts mehr schief gehen und alles kann sich erfolgreich in der vorgesehenen Art und Weise entfalten.Ayurveda Journal 5 · Seite 29

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Susanne Lutz
Susanne Lutz ist Stadt- und Regionalplanerin, Vastu-Beraterin und Yogalehrerin; beschäftigt sich seit 1996 mit Feng Shui, europäischer Geomantie und Vastu Vidya. Abschluss als Diplom Vastu-Beraterin und -Planerin, Ausbildung zur systemisch-vedisch astrologischen Beraterin sowie in Sat Nam Rasayan, einer yogischen Heilkunst.