Unsere Füße tragen uns durchs Leben, mit ihnen stehen wir auf dem Boden; mit ihnen stellen wir den Kontakt zur Mutter Erde her. Den Füßen wird im Ayurveda große Bedeutung beigemessen. In den alten Schriften (Charaka Samhita, Sutrasthana 5, 90-92) finden wir folgende Empfehlung:

Indem man die Füße mit Öl oder Ghee massiert, werden Rauheit, Steifigkeit, Trockenheit, Müdigkeit und Taubheit sofort beseitigt; Zartheit, Stärke und Festigkeit der Füße werden gefördert; auch das Sehen wird klarer und Vata wird beruhigt.

Hände und Füße stellen ein verkleinertes Spiegelbild des Körpers dar. In unseren Extremitäten enden ca. 70.000 Nerven (Nadis). Sie verbinden Hände und Füße mit allen Organen unseres Körpers. Auch Befindlichkeitsstörungen machen sich häufig zuerst in den Füßen bemerkbar. So deuten kalte Füße auf Vata-Störungen hin. Brennen die Füße ist dies ein Zeichen von erhöhtem Pitta. Weisen die Füße Ödeme (Wasseransammlungen) auf, so deutet dies auf ein Kapha-Ungleichgewicht hin.

Für die Fußmassage benötigen Sie 2 Eßlöffel gutes Öl (Sesamöl wirkt erwärmend) oder Ghee (ayurvedische geklärte Butter) wirkt kühlend. Die beste Zeit für eine Fußmassage ist der frühe Morgen oder vor dem Schlafengehen.

Selbstanwendung von Padabhyanga

Gönnen Sie sich vor der Massage ein schönes Fußbad. Baden Sie die Füße bei 37- 38 ° C ca. 10 Minuten. Danach gut abtrocknen.

Für die Fußmassage erwärmen Sie 2 El Ghee oder Öl. Suchen Sie sich einen ruhigen Platz, wo Sie ungestört sind. Die Massage führen Sie entweder sitzend auf einem Stuhl oder im Schneidersitz am Boden aus. Halten Sie ein Handtuch und das warme Öl bereit.
Wenn Sie an alles gedacht haben, nehmen Sie Platz und beginnen Sie mit der Fußmassage am rechten Fuß.

  1. Heben Sie dazu das rechte Bein an und lassen Sie den rechten Fuß auf dem linken Knie ruhen.
  2. Nehmen Sie etwas von dem warmen Öl und ölen Sie den ganzen Fuß samt Knöchel gut ein.
  3. Beginnen Sie nun mit einer Druckpunktmassage. Jeden Druckpunkthalten Sie mit beiden Daumen ca. 3 sec. Arbeiten Sie dabei von der Ferse Richtung Zehenansatz und von der Mitte nach außen. 3-5 Druckpunktreihen sind ideal. Die anderen Finger umfassen dabei den Vorderfuß.
  4. Massieren Sie jetzt mit dem rechten Daumen die Fußinnenkante elipsenförmig 10 x und anschließend mit der Außenkante ihrer linken Hand die Außenkante des rechten Fußes 10 x
  5. In der Mitte des Fußes gibt es einen wichtigen Vitalpunkt – dieser stimuliert die Lunge – massieren Sie ihn 10 x im Uhrzeigersinn.
  6. Im nächsten Durchgang legen Sie beide Daumen in der Fußmitte versetzt übereinander. Ziehen Sie nun den rechten Daumen zur rechten Fußaußenkante und den linken Daumen zur linken Fußaußenkante. Arbeiten Sie sich wie auf einer Leiter nach oben bis zum Zehenansatz. Streichen Sie anschließend mit beiden Daumen kräftig in der Fußmitte nach unten. Wiederholen Sie den Vorgang noch 2 x.
  7. Massieren Sie mit Ihrem linken Daumen die Zehenzwischenräume üben Sie dabei eine Bewegung wie eine Säge aus – gehen Sie 3 x hin und zurück. Beginnen Sie zwischen kleiner und nächster Zeh und enden Sie im Zehenzwischenraum des großen Zehs.
  8. Zupfen Sie nun die „Schwimmhäute“ zwischen Ihren Zehen aus – diese Übung ist gut für den Lymphfluss – kreisen Sie anschließend mit dem Daumen der rechten Hand den großen Zeh im Uhrzeigersinn (denken Sie daran, es ist Ihr Kopf dem Sie Aufmerksamkeit schenken).
  9. Drücken Sie jeden einzelnen Zeh kräftig zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand – beginnen Sie am kleinen Zeh und enden Sie am großen Zeh.
  10. Anschließend die einzelnen Zehen kräftig ausziehen.
  11. Mit dem Daumen der linken Hand streichen Sie nun die einzelnen Sehnen am Fußrücken aus.
  12. Umkreisen Sie mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger beider Hände 10 x die Knöchel – hierbei wird das viel beanspruchte Fußgelenk stabilisiert. Streichen Sie anschließend mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand die Achillissehne aus. Sie wird dadurch dehnfähiger und geschmeidiger.
  13. Jetzt beugen Sie mit Unterstützung beider Hände die Zehen.
  14. Zum Schluß streichen Sie noch mehrmals den ganzen Fuß aus und kreisen ihn ein wenig nach rechts und links. Halten Sie den massierten Fuß mit einem dicken Socken schön warm und widmen Sie sich jetzt dem linken Fuß in gleicher Weise und Sorgfalt.

Wirkungen:

 

 

  • fördert gesunden Schlaf
  • macht gute Laune
  • beruhigt in Stresssituationen
  • lindert Kopfschmerzen
  • hilft bei kalten oder brennenden Füßen
  • erzeugt Wohlbefinden im ganzen Körper
  • pflegt die Füße und die Fußnägel

Ayurveda Journal 2 · Seite 8

Vorheriger ArtikelAmalaki – Emblica officinalis
Nächster ArtikelIntegraler Yoga
Doris Bachmann
Geb. 1955 arbeitet seit elf Jahren in Ihrem eigenen Institut als Ayurveda-Therapeutin und ganzheitliche Kosmetikerin. Seit 1999 leitet Sie ein eigenes Ausbildungs- und Seminarzentrum mit den Schwerpunkten Ayurveda-Massage und Ernährung sowie Naturkosmetik. Ihre Ausbildungen absolvierte Sie in Deutschland, Sri Lanka und Kerala/Indien. Dort arbeitete Sie unter ärztlicher Leitung in Kurkliniken und brachte von dort authentisches Ayurveda mit. Um erfolgreich mit Menschen zu arbeiten machte Sie eine Weiterbildung zur psychologischen Beraterin. Sie arbeitet bis heute als Gastdozentin und Referentin für Schulen und Firmen. Ihre freiberufliche Autorentätigkeit unterstreicht Ihre kreative Ader. Seit diesem Jahr ist Sie Geschäftsführerin der Bachmann Live in Comfort GmbH, einer Firma, die Sie gemeinsam mit Ihrem Mann gegründet hat und die sich auf vielfältige Aufgaben rund ums Wohlfühlen spezialisiert.