Um sich vor zunehmender Kälte in Herbst und Winter zu schützen, bauen Tiere Fettpolster und ein dickes Winterfell auf. Das ist eine extreme Herausforderung für den Stoffwechsel. Das Tier benötigt deshalb Unterstützung durch reichhaltigeres Futter.

Nach ayurvedischem Wissen sind Nägel und Körperhaare ein Abfallprodukt (Mala), das aus einem gesunden Knochenstoffwechsel hervorgeht.

Damit zunächst eine gesunde Weitergabe der Nähressenz von einem Körpergewebe an das nächstfolgende gewährleistet ist (Dhatutransformation), betont die ayurvedische Ernährungslehre immer wieder, dass die Stoffwechselfeuer (Agnis) funktionieren müssen. Wird im Hinblick auf den Fellstoffwechsel durch geschwächte Agnis das Knochengewebe nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, spiegelt sich das u.a. in einem mangelnden Fellaufbau wieder.
Was die Agnis bei einem Tier schwächt, ist Ama (körpereigene Stoffwechsel-Toxine).

Ama entsteht durch nicht artgerechte Nahrung, Zucker, zu viel Nahrung, chemische Arzneien (Entwurmung, Impfstoffe, Antibiotika …), Bewegungsmangel, Sterilisation (irritiert den Gesamtstoffwechsel). Ama stört vor allem das natürliche Empfinden des Tieres für die richtige Futtermenge.

So gibt es Tiere, die Unmengen und ständig fressen, weil sich als Folge mangelnder Nährstoffverwertung kein Sättigungsgefühl mehr einstellt.
Für einen gesunden Fellwechsel gilt auch beim Tier der wichtigste Gedanke der ayurvedischen Gesundheitslehre: Die Nahrung sollte auch das Heilmittel sein.
Ein wild lebendes Tier findet in seinem natürlichen Beutetier alles, was es braucht in einer ganzheitlich perfekten Zusammensetzung. Sich bei der Futterwahl daran zu orientieren, ist die beste Garantie, sein Haustier gesund zu ernähren. Hund und Katze in freier Wildbahn nehmen nur einen minimalen Anteil von Getreide zu sich, der sich im Verdauungstrakt der Maus oder des Kaninchens vorverdaut befindet. Ein Zuviel davon in Form von z.B. Trockenfutter übersäuert das Tier, und Säure blockiert in starkem Maß den gesunden Stoffwechsel. Trockenes und kaltes Trockenfutter führt außerdem gemäß der Denkweise des Ayurveda zu Kapha- und Vataproblemen. Wenn ein Tier seine Beute (vorzugsweise Jungtiere) reißt, ist die Nahrung noch blutwarm.

Ihr Hund würde sich freuen über Fleisch und Herzen vom Lamm, Huhn, der Pute, dem Kaninchen – über Haxen vom Lamm mit leckerem Knochenmark – über einmal die Woche grünen Pansen (wenn möglich auch vom Lamm) mit feingeriebener Möhre und etwas Hanf- oder Lachsöl – über einmal wöchentlich rohes frisches Lammherz – über frisch zubereitetes warmes Fleisch- und Knochenfutter – über eine Hundewurst aus guter Tierhaltung – über etwas Getreide in Form von hartgebackenem Kastenbrot oder Lamm Reisknochen, die er sich durch Kaueinsatz erarbeiten muss.

Wenn Sie bei der Katze zumindest den Schritt vom Nur-Trockenfutter zu einem biologisch hervorragenden Nassfutter ohne tierische Nebenerzeugnisse und Zucker schaffen und einmal die Woche rohe Leber oder Hack anbieten, wird sich der Preis auszahlen. Spätere Tierarztbesuche kosten ein Vielfaches an Zeit und Geld.
Zu einem gesunden Fellwechsel gehört auch die Fähigkeit, das dicke Unterfell zum Frühjahr wieder loszuwerden. Klappt das nicht mehr, können ayurvedische stoffwechselunterstützende Pflanzenpräparate hilfreich sein.
Ayurveda Journal 12 · Seite 38