Der Sommer hat begonnen. Wir verbringen viel Zeit draußen an der frischen Luft, erfreuen uns an der Natur und treiben vermehrt Outdoor- oder vielleicht sogar Wassersport. Die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht und die Temperaturen klettern auf die 30-Grad-Marke. Zeit für Sonnenschutzcremes, oder?

Ein klares Ja. Wir müssen uns vor der Sonne schützen, auch in unseren nördlichen Breitengraden. Ist aber eine gesunde Bräune trotzdem möglich, welche Regeln gilt es zu beachten und welcher Lichtschutz ist der Richtige? Dabei gilt: Das richtige Maß zählt und auch die eigene Konstitution und das Hautbild spielen eine wichtige Rolle.

SURYA – DIE SONNE

Die Sonne ist die Grundlage des Feuerelements im menschlichen Körper, steuert unsere Körpertemperatur, unsere Verdauungskraft (Agni) und alle Stoffwechselvorgänge. Ohne Sonnenkraft und Feuer ist kein Leben möglich. Sonnenlicht diktiert unsere innere Uhr, verbessert die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Haut, hilft bei der Herstellung des so wichtigen Vitamin D und fördert auch die Bildung des Glückshormons Serotonin.

DOSHATYPEN UND IHRE REAKTION AUF SONNENLICHT

Vata-Konstitutionen verfügen nur in geringem Maße über das Feuerelement und profitieren von der ausgleichenden Wärme der Sonne. Sie haben aber eine dünnere und trockene Haut und neigen bei Sonneneinstrahlung aufgrund des trocknenden Einflusses zu vorzeitiger Hautalterung. Pitta-Typen haben eine empfindlichere Haut und neigen zu Pigmentflecken, Rötungen und entzündlichen Reaktionen. Sie müssen besonders achtsam mit der Sonne umgehen und sich insbesondere vor Sonnenbrand gut schützen. Kapha-Konstitutionen genießen die belebenden und wärmenden Sonnenstrahlen und haben die dickste und am besten durchfeuchtete Haut. Sie können Sonnenlicht am ehesten tolerieren.

SONNENSCHUTZ UND DAS RICHTIGE MASS

Ein grundsätzlicher Sonnenschutz ist immer wichtig, aber auch kein Freifahrtschein für ausgedehnte Sonnenbäder nach dem Motto: Ich bin ja eingecremt. Ein Übermaß an Sonne tut niemandem gut, denn es reduziert das Verdauungsfeuer Agni, schwächt die Physis und belastet die Haut. Das gilt vor allem für die pralle Mittagssonne. Diese sollte jeder Doshatyp meiden und erst recht keine größeren Aktivitäten um die Mittagszeit herum planen. Aufenthalte in der Sonne sollten bevorzugt in den Morgen- und späteren Nachmittagsstunden stattfinden. Aber auch hier gilt: Maß halten und Sonnenschutz auftragen.

DER EINSATZ VON SONNENCREMES

Neben den gängigen chemischen Filtern gibt es die physikalischen Filter mit Zinkoxid oder Titandioxid, die sowohl das UV-A- als auch UV-B-Licht reflektieren. Ihnen ist aus ayurvedischer Sicht der Vorzug zu geben und sie sollten über den Tag regelmäßig erneuert werden. Je nach Hauttyp und Tageszeit dauert der Eigenschutz der Haut vor dem Sonnenbrand zwischen fünf und 45 Minuten. Lassen Sie sich vor dem Kauf über ihren Hauttyp beraten. Ihre persönliche Eigenschutzzeit können Sie mithilfe des angegebenen Lichtschutzfaktors ermitteln.

SCHUTZ VON INNEN

UV-Strahlung auf der Haut führt zur Bildung von freien Radikalen, die unschädlich gemacht werden müssen. Dabei kann eine entsprechende Ernährung unterstützen. Bevorzugen Sie frisch zubereitete Gemüse und reife Früchte. Beta-Carotin und Lycopin unterstützen den Eigenschutz der Haut und sind vor allem in Mango, Papaya, Wassermelone, Karotten, Spargel, Mangold, Spinat, Fenchel, Süßkartoffeln und Basilikum enthalten.

Um die positiven Qualitäten der Sonne genießen zu können, sollten Sie also folgende Faktoren beachten:

  1. ein maßvoller Umgang mit Sonnenlicht passend zum Konstitutions- und Hauttyp
  2. für richtigen Lichtschutz (Kleidung und Sonnenschutzcreme) sorgen
  3. Aufenthalte in der Sonne zur richtigen Tageszeit
  4. eine saisongerechte Ernährung