Gelenk- und Rückenschmerzen
Wertvolle Tipps bei chronischen rheumatischen Erkrankungen
Rheumatische Arthritis oder chronische Polyarthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. In Mitteleuropa sollen etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung daran erkrankt sein, das sind mehr als eine Million Menschen allein in Deutschland. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer, und auch Kinder leiden bereits an dieser oft schubweise verlaufenden Erkrankung, die mit Entzündungen und in späteren Stadien mit Veränderungungen an allen Gelenken einhergehen kann. Eine Ursache für das Entstehen der chronischen Polyarthritis wurde von der westlichen Medizin bislang nicht gefunden.
Im Ayurveda bezeichnet man diese entzündliche Systemerkrankung als Amavata, eine Erkrankung, die durch Ansammlung von Ama entsteht und zu Vata-Störungen in den Bewegungsorganen des Körpers führt. Vor dem Hintergrund dieser Erklärung können typische Symptome der chronischen Polyarthritis als grundlegende Störungen der Doshas und des Verdauungs- und Stoffwechselsystems, nämlich verschiedener Agnis im Gewebestoffwechsel, bezeichnet werden.
Dort, wo der Bewegungsimpuls direkt umgesetzt wird, an den Gelenken also, sammeln sich Toxine. Sie verursachen die für eine chronische Polyarthritis typischen Veränderungen in der Synovia, der Gelenkinnenhaut, und Entzündungen der Sehnenscheiden. Die Synovitis (Gelenkinnenhaut-Entzündung und die Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung) sind Ausdruck der Ama-Ansammlung in diesem Bereich.
Typische Anzeichen sind die morgendliche Steifigkeit, wenn der Stoffwechsel durch die Nachtruhe zurückgegangen ist und die Kapha-Phase des Tages beginnt, die Verschlimmerung der Beschwerden bei kühlem und feuchtem Wetter und schließlich die Besserung der Beschwerden durch Bewegung. Die Vata-Komponente der Erkrankung zeigt sich unter anderem durch die Zunahme der Beschwerden nach Überanstrengung und vor einem Wetterwechsel.
Viele Patienten reagieren gut auf kurzzeitige milde Wärmeanwendungen über den betroffenen Gelenken, wenn keine akuten Schubsituationen (Pitta) vorliegen, mögen aber intensive Wärmeanwendungen meist nicht, da dadurch die Gelenkentzündung zunimmt.
Allgemeines zur Behandlung
Die chronische Polyarthritis, die einen schweren Verlauf nehmen und unter Umständen nahezu alle Gelenke betreffen kann, muss von einem erfahrenen Arzt therapiert werden. Neben der oft notwendigen, intensiven Behandlung durch einen Rheumatologen können mit verschiedenen Therapieansätzen des Ayurveda ganz erhebliche Verbesserungen erzielt werden. In Einzelfällen konnte die Krankheit sogar geheilt werden. Wegen des besonderen Verlaufs der Krankheit ist eine sorgfältige und individuelle Behandlung erforderlich. Einzelheiten einer ayurvedischen Therapie können deshalb nicht dargestellt werden.
Massage von Gelenken
Für eine einfache Selbstbehandlung zu Hause benötigen Sie keinen Kurs in ayurvedischer Medizin. Gehen Sie gefühlvoll vor und legen Sie bei den Anwendungen Ihr Hauptaugenmerk auf vermehrtes Wohlbefinden. Verwenden Sie für die Massagen gereiftes Sesamöl oder spezielle ayurvedische Gelenköle (erhältlich im ayurvedischen Fachhandel). Sie benötigen eine Schale mit etwas angewärmtem Öl (etwa einen Handteller voll), eine Schüssel mit heißem Wasser, ein Handtuch als Unterlage und ein weiteres Tuch für feuchtheiße Umschläge. Wichtig ist eine bequeme Körperhaltung bei der Massage, bei der die entsprechenden Gelenke entlastet werden.
Das Kniegelenk entlasten Sie z.B. , indem Sie es leicht gebeugt halten. Wenn Sie Ihr Partner oder Freund massiert, was natürlich besonders entspannend ist, dann legen Sie sich am besten hin und unterstützen das Knie durch eine flache Rolle.
Bei der Massage umfassen Sie mit beiden Händen das Gelenk und führen liebevoll, sanft und großflächig um das Gelenk kreisende und streichende Bewegungen aus. Die Anwendung muss wohltuend, ein Genuss sein! Sie sollten schon während der Massage spüren, wie sich das Kniegelenk entspannt, die Heilkräfte einfließen und die Schmerzen nachlassen. Besondere Beachtung sollten Sie den seitlichen Band- und Sehnenansätzen im Bereich des Gelenkspaltes und der Kniescheibe schenken. Nehmen Sie sich für die Kniemassage einige Minuten Zeit. Lassen Sie dann das Öl noch ein paar Minuten einziehen, indem Sie das Gelenk mit einem Handtuch warm abdecken.
(In dem „Buch Gelenk- und Rückenschmerzen muss nicht sein” von Dr. E. Schrott und Dr. W. Scha-chinger werden viele nützlich Tipps gegeben, die behilflich sein können, den Heilungsvorgang zu unterstützen. Ernährungsempfehlungen, Reinigungstherapien, Massagen, Behandlungen und Kräuter-präparate werden ausführlich beschrieben, so dass diese leicht in den Tagesablauf integriert werden können. An dieser Stelle wird nur eine spezielle Massagetechnik beschrieben – Anmerkung der Redaktion.)
Der Text wurde entnommen aus dem Buch „Gelenk- und Rückenschmerzen müssen nicht sein“ von Dr. med. Ernst Schrott und Dr. med. Wolfgang Schaninger, erschienen im AURUM Verlag, erhätlich im Buchhandel
ISBN 3-89901-002-7
Ayurveda Journal 2 · Seite 6





