Ayurveda Wellness im Winter:

Bäder als wohltuende Heilmittel – Kräuterrezepte für zu Hause

Die Tage sind jetzt kürzer und dunkler, die Sonne scheint recht selten. In solchen Stunden sehnt man sich nach entspannenden, wohligen Momenten. Wärmende und heilsame Bäder sind besonders in der kalten Jahreszeit empfehlenswert.

Bäder werden im Ayurveda-Alltag nicht nur zur Reinigung des Körpers, sondern auch als
spirituelles Ritual und Energiespender eingesetzt, gern kombiniert mit Ölmassagen, Yoga und Meditation. So kann schon der Morgen beginnen – leicht, beschwingt und frisch.

WAS KOMMT INS HEIMISCHE BADEWASSER – UND WELCHE KRÄUTER WIRKEN WIE?

Das Portfolio reicht von remineralisierenden Heilerden über nährende und pflegende Molke-, Milch- und Honig-Wannen. Auch harmonisierende Blütenbäder sind sehr wohltuend. Belebende und kräftigende Substanzen werden zur Erfrischung morgens eingesetzt,lösende und be- ruhigende eher abends vor dem Schlafengehen.

REZEPT MEERSALZBAD

Eine Tasse unraffniertes Meersalz in ein Schraubglas füllen. 3-5 Tropfen hautfreundliche ätherische Öle nach Belieben – wie Eukalyptus radiata oder Lavendel offcinalis – gut zu- sammen schütteln und mit dem letzten Einlaufwasser ins Bad mischen. Im Winter sind be-  sonders geeignet: Eukalyptus radiata (wirkt mehr auf der energetischen Ebene) oder smithii (wirkt mehr auf der körperlichen Ebene). Letzteres ist besonders hautfreundlich, auch für Kinder und ältere Menschen geeignet, reduziert besonders Kapha Ansammlungen in den Atemwegen und harmonisiert alle drei Doshas, klärt, erfrischt, zentriert und beruhigt.
Lavendel fein, offcinalis / angustifolia, harmonisiert besonders Pitta und Vata, reduziert leicht Kapha, löst angespannte Muskeln, Köpfe sowie Gemüter. Es reinigt auf feinstofflicher Ebene, was zu einem friedlichen Schlaf führt.

REZEPT GARTENBAD

50–100 g getrocknete Kräuter, nach Belieben gemischt, wie: Rosmarin, Minze (anregend, belebend, klärend, gleichen Kapha und Pitta aus), Lavendel, Rose, Melisse, Ringelblume, Kornblume, Linden und Holunderblüten, Mädesüss (beruhigend, harmonisieren Pitta), Majoran, Thymian, Oregano (kräftigend, immunisierend, gleichen Kapha aus). Dazu einen Liter Wasser aufkochen, die Kräuter oder Blüten damit übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend den abgeseihten Sud dem Badewasser zugeben oder die Pflanzen in eine
Socke/Strumpf füllen und unter das Einlaufwasser hängen, danach auch für Hautabreibungen nutzen.

REZEPT WALDBAD

Einen Zweig einer Fichte, Tanne oder Kiefer klein schneiden, mit einem Liter Wasser auf- kochen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen und den Sud dem Badewasser zugeben.
Tipp: Bei trockener Haut und zarten Nerven vorher eine Warmölmassage machen oder 1-2 EL Öl, Sahne oder Honig dem Wasser zugeben. Ein Waldbad harmonisiert alle drei Doshas, ist
stärkend, belebend und energetisierend. Ideal am Morgen oder frühen Abend, wenn Sie für den Abend noch ft sein wollen. Dauer & Nachruhen: 15-20 Minuten bei 35-37 Grad, Kerzenlicht, mit feiner Musik genießen und anschließend mit einem warmen Tee nachruhen.

DIE WICHTIGSTEN AYURVEDISCHEN BÄDER-KLASSIKER:

Das Steam Bath –
Ganzkörper-Dampfbad

Ein besonderes Erlebnis. Es erfolgt nach einer Ganzkörperölbehandlung (Abhyanga) im
ersten Drittel einer Kur. Um so einerseits das schwere, mit Pflanzen medizinierte Öl auf
der Haut zu verflüssigen und tiefer in das Gewebe eindringen zu lassen, andererseits um
die an das Öl angedockten Schlackenstoffe mit einer kurzen Schwitzphase auszuscheiden.

Der Körper wird mit einem gewölbten Holzdeckel bis zum Hals zugedeckt. Auf die Stirn
kommt ein feuchter Waschlappen. Sobald sich die ersten Schweißtropfen an der Nase
zeigen, wird der Deckel gelüftet. Dabei bleibt so viel Öl im Gewebe zurück wie aufgenommen werden kann.

Das Herbal Bath – Kräuterbad

Was für uns ungewöhnlich ist: die Wanne folgt auf eine Ölbehandlung. Die Pflanzenmischungen werden ausgewählt, um das Nervensystem zu stärken, Bindegewebe, Lymphe und Blut zu reinigen. Im mittleren Kurdrittel werden Vollbäder in der Wanne mit Pflanzenabkochungen ein- gesetzt. Wärmende Bäder beruhigen Vata und Kapha Vikriti. Kältere Badetemperaturen, die Pitta beruhigen, werden bei Blut- und Hautbeschwerden sowie hohem Blutdruck eingesetzt.

Das Flower Bath – Blütenbad

Eine Wohltat für die Sinne. Farbenprächtige, exotische Formen und Düfte harmonisieren
und erfrischen Leib und Seele. Dieses einmalige Luxus-Frischblüten-Bad ist die Krönung
der Kurbehandlungen.

Erschienen im Ayurveda Journal 44

Ayurveda Journal 44 Cover

Das Ayurveda Journal beschäftigt sich in dieser Ausgabe als Titelthema mit dem Schwerpunkt „Demenz“.

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Sonja Gubler
setzt sich seit 1992 in Theorie und Praxis mit ganzheitlichen Ernährungssystemen wie Ayurveda, Anthroposophie, Makrobiotik und Vollwerternährung auseinander. Sie ist heute als Ayurvedic Clinical Therapist EIVS, mit ayurvedischer Ernährungsberatung, Kochkursen, Pflanzenheilkunde, Aromathrapie und Massagen sowie Yoga Privatstunden in Zürich tätig. Außerdem arbeitet Sonja Gubler als Dozentin und Referentin für Ayurveda an Privatschulen sowie für Firmen und Vereine.