MENOPAUSE
Wechseljahre bewusst erleben
von Erika Diel
Für viele westliche Frauen bedeutet die Menopause: Stimmungsschwankungen – von Himmel hoch bis zu völliger Niedergeschlagenheit, Nervosität, innere Unruhe, Reizbarkeit, Ängstlichkeit und Mutlosigkeit. Temperaturschwankungen – Schweißausbrüche wechseln mit Kälteschauern, die Haut wird sichtbar trockener, die Schleimhäute trocknen aus. Das Bindegewebe verändert sich, die Tendenz zu Osteoporose nimmt zu.
Bei den Wechseljahren handelt es sich jedoch nicht um eine Erkrankung, sondern die Frau tritt in einen neuen Lebenszyklus ein. Die körperliche Fruchtbarkeit nimmt ab, dafür entwickelt sich eine Freiheit auf der geistig-seelischen Ebene. Aus der Sicht des Ayurveda verringert sich das Pitta langsam und die durch Vata bestimmte Zeit des Alters tritt in den Vordergrund.
War in der Grundkonstitution Vata dominant, sind häufig auch die Probleme in der Menopause von Vata bestimmt.
- Stimmungsschwankungen, Nervosität, innere Unruhen
- Niedergeschlagenheit
- Schlaflosigkeit
- Ängstlichkeit, Besorgtheit
- Trockene Haut und Schleimhäute
- Steifheit in den Gelenken
- Dünne, störrische graue Haare
- Obstipation (Verstopfung) oder Reizdarm
- Osteoporose
Menopausen-Symptome, bei denen Pitta dominiert:
- Starke aufsteigende Hitze, Schweißausbrüche
- Reizbarkeit
- Starke oder schwache Blutungen
- Hautprobleme mit Entzündungen
- Stoffwechselstörungen, Durchfälle
Bei einem ausgewogenen Kapha gibt es seltener Beschwerden. Bei einem Zuviel an Kapha, können jedoch folgende Symptome verstärkt auftreten:
- Tendenz zu Übergewicht
- Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben, Ödeme
- Erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte
- Neigung zu Depressionen
Die wichtigste ayurvedische Maßnahme bei Wechseljahrsbeschwerden besteht darin, die gestörten Doshas wieder ins Gleichgewicht zu bringen - durch typgerechte Ernährung, Bewegung (Yoga, Chi-Gong, Spaziergänge, Radfahren, Joggen etc.) Atemübungen, Meditation, Massagen mit Dosha harmonisierenden Ölen.
Durch die Menstruationsblutungen hat bis zur Menopause ein regelmäßiger Entgiftungs- und Entschlackungsprozess stattgefunden. Durch das Ausbleiben der monatlichen Blutung kommt es zu einer vermehrten Einlagerung von Ama (Stoffwechselschlacken) in den Geweben und damit zu den bereits erwähnten Störungen der Doshas.
Um den Stoffwechsel anzuregen und Ama aus dem Körper zu eliminieren werden im Ayurveda regelmäßige Reinigungsmaßnahmen empfohlen. Das können einzelne Fasten- und Ausleitungstage, kleine sinnvoll zusammengestellte Ausleitungskuren oder eine Panchakarma-Kur sein.
Auch die regelmäßige Einnahme von Rasayanas (Verjüngungs- und Aufbaumittel) hilft bei Menopausen-Beschwerden:
Als natürliche pflanzliche Hormonquellen gelten in der ayurvedischen Medizin die Heilkräuter Shatavari und Vidari. Bei diesen Kräutern handelt es sich nicht um synthetisch hergestellte Medikamente. Sondern sie liefern dem Körper natürliche chemische Vorläufer für Östrogen und Progesteron.
½ TL Vidari und ½ TL Shatavari 2mal täglich nach dem Mittag- und Abendessen mit etwas Wasser eingenommen wirkt verjüngend auf den Organismus.
Auch Ashwagandha, regelmäßig eingenommen, hilft bei körperlicher und geistiger Erschöpfung, bei rheumatischen Beschwerden, Gewebeschwäche und Hautproblemen.
Bei starken Blutungen hat sich Ashoka sehr bewährt. In diesem Fall sollte der Kräuterwein = Ashokarishta wegen seiner schnelleren Wirkung bevorzugt werden.
Zur Linderung von Hitzewallungen:
1 Glas Granatapfelsaft mit 1 TL Rohrzucker und 5 bis 10 Tropfen Zitronensaft. Dieses Getränk 2 – 3mal täglich trinken um innere Hitze zu kühlen.
Autor:
Erika Diehl, geb. 1954, Heilpraktikerin, Yogalehrerin und Kosmetikerin. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei verschiedenen Lehrern in Deutschland und Sri Lanka.Arbeitet seit 1997 als Ayurveda-Spezialistin in der eigenen Naturheilpraxis ANAHATA-Zentrum für Ayurveda und Yoga in Wolfratshausen und als Dozentin an der SEVA-Akademie München.







