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Wenn wir diese beiden Namen ins Deutsche übersetzen, erklären sich daraus schon zwei der vielen Indikationen dieses in ganz Indien vorkommenden ein bis zwei Meter hohen Busches.

Ashwagandha heißt soviel wie „Geruch des Pferdes“ und weist auf seine stärkende Wirkung hin

Der botanische Name Withania somnifera setzt sich aus den Worten Withan = Wissenschaftler und somnifera = schlaffördernd zusammen. Eine schlaffördernde und nervenstärkende Wirkung ist hieraus abzuleiten. Ashwagandha ist eines der am häufigsten verwendeten Mittel in der ayurvedischen Kräuterkunde (Dravyaguna). Es ist eine Pflanze von sattvischer Natur, das heißt, sie fördert die Ruhe und Klarheit des Geistes, nährt Geist und Körper und bringt die Emotionen ins Gleichgewicht. Die Wirkung auf die Doshas ist Vata und Kapha beruhigend.

Zwei Varianten von Ashwagandha

Von der Pflanze werden hauptsächlich Wurzeln und Blätter sowie die Aschen der Wurzel verwendet. Wir finden in Indien zwei Varianten:

Einmal die wildwachsende Form, die mehr sedativ, diuretisch (Somniferin) wirkt und extern verwendet wird. Die kultivierte Variante mit viel Zucker (Sucrose) und Resin wird innerlich verabreicht. Durch die nährende Wirkung auf die Gewebe ist Ashwagandha ein beliebtes Stärkungsmittel. In der Regeneration, für Kinder und alte Menschen ist es deshalb im Ayurveda unverzichtbar.

Wirkung und Anwendungsbereiche

Bei der äußerlichen Anwendung werden aus den Wurzeln und Blättern hergestellte Pasten aufgetragen zur Behandlung von Ödemen, Schmerzen und Drüsenschwellungen. Zur Linderung von Vata Beschwerden und bei Schwäche sind Ölmassagen mit Ashwagandha-Tailam angezeigt. Der Saft der Blätter kann bei Ohrenschmerzen als Ohrentropfen verwendet werden.

Die inneren Anwendungsbereiche sind hauptsächlich Nervensystem, Verdauungstrakt, Kreislaufsystem, Atmungstrakt und Reproduktionsgewebe.

Als Sedativum und Nerventonikum ist es bei Schwindel, Schlafstörungen, Angstzuständen, Schmerzen, Stress und Tremor (Zittern) hilfreich.

Im Verdauungstrakt kommt die Vata reduzierende Wirkung zur Verminderung von Blähungen, Übelkeit und Konstipation (leichte Form) zur Geltung.

Auf das Kreislaufsystem wirkt Ashwagandha blutreinigend, beruhigend bei Herzrhythmusstörungen, lindert Ödeme und stärkt das Herz.
Bei Bronchialasthma wird die Asche mit Ghee und Honig verabreicht, oder eine Abkochung bei Husten.

Am bekanntesten ist aber wohl die Wirkung auf die Reproduktionsgewebe, die wie fälschlicherweise häufig geglaubt wird, nicht nur auf das männliche Geschlecht beschränkt ist. Als Aphrodisiakum ist es jedem Ayurveda-Therapeuten bekannt. Im Falle von Sterilität kann Ashwagandha, richtig angewandt, sehr hilfreich sein.

Darreichungsformen von Ashwangadha

Nach diesen wenigen Beispielen für die Wirkungsbereiche von Ashwagandha ist es noch wichtig, die verschiedenen Darreichungsformen zu erwähnen. Je nach Indikation, Konstitution und Alter gibt es für die verschiedenen Anwendungsbereiche:

  • Arishtas (Kräuterwein), besonders wohltuend für das Nervensystem
  • Churna (Pulver) zur allgemeinen Anwendung
  • Ashwagandha Rasayana (Verjüngung) für eine bessere Gewebefunktion
  • Ashwagandha Gritha (Ashw. in Ghee mediziniert), z.B. bei Heuschnupfen

Sehr spezielle Präparate wie Saubhagyasunthipak oder Sukumarghrut sind bei uns in Deutschland nicht erhältlich und werden deshalb hier nicht näher beschrieben.

Grundsätzlich kann Ashwagandha als eines der wichtigsten Stärkungsmittel im Ayurveda bezeichnet werden. Es stärkt die Gewebe, speziell das Plasma (Rasa) und Muskelgewebe (Mamsa Dhatu), das Immunsystem und vermehrt das Körpergewicht.

Bei richtiger Anwendung können wir uns mit dem Ashwagandha Strauch eine der Kostbarkeiten des Pflanzenreiches nutzbar machen, um Gesundheit zu bewahren oder wieder zu erlangen.

Ayurveda Journal 13 · Seite 22

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Michael Rohrschneider
Michael Rohrschneider, Heilpraktiker (Psychotherapie und Naturheilverfahren), Ayurveda-Spezialist, Pancha-Karma-Therapeut, Seminarleiter, Meditationslehrer. Seit 1990 im Ayurveda tätig. Seit 8 Jahren Leiter des Zentrums für Ayurveda-Medizin Hamburg. Ausbildungen in Indien an verschiedenen Kliniken und Hospitälern in Pune und Nagpur und am Ayurveda College in Coimbatore.