Ashwagandha – lat.: Withania somnifera

Ashwagandha heißt so viel wie „Geruch des Pferdes“ und weist auf seine stärkende Wirkung hin. Im Deutschen wird Ashwagandha häufig als Schlafbeere bezeichnet. Ein schlaffördernder Einfluss ist hieraus abzuleiten. Ashwagandha ist eines der am häufigsten verwendeten Mittel in der ayurvedischen Kräuterkunde (Dravyaguna). Die Wirkung auf die Doshas ist Vata und Kapha beruhigend.

Zwei Varianten von Ashwagandha

Von der Pflanze werden hauptsächlich Wurzeln und Blätter sowie die Aschen der Wurzel verwendet. Wir finden in Indien zwei Varianten:

Einmal die wildwachsende Form und die kultivierte Variante mit viel Zucker (Sucrose). Durch die nährende Wirkung auf die Gewebe ist Ashwagandha ein beliebtes Stärkungsmittel. In der Regeneration und für alte Menschen spielt es im Ayurveda eine wichtige Rolle.

Wirkung und Anwendungsbereiche

Bei der äußerlichen Anwendung werden aus den Wurzeln und Blättern hergestellte Pasten aufgetragen. Zur Linderung von Vata Beschwerden und bei Schwäche sind Ölmassagen mit Ashwagandha-Öl angezeigt.

Als Nerventonikum ist es bei Vata-Störungen, die mit Schwindel, Schlafstörungen und Stress einhergehen, hilfreich. Im Verdauungstrakt hilft die Vata-reduzierende Wirkung zur Verminderung von Blähungen und Übelkeit.

Am bekanntesten ist aber wohl die Wirkung auf die männlichen und auch weiblichen Reproduktionsgewebe. Als Aphrodisiakum ist Ashwagandha jedem Ayurveda-Therapeuten bekannt.

Darreichungsformen von Ashwagandha

Nach diesen wenigen Beispielen für die Wirkungsbereiche von Ashwagandha ist es noch wichtig, die verschiedenen Darreichungsformen zu erwähnen. Je nach Störung, Konstitution und Alter gibt es für die verschiedenen Anwendungsbereiche:

  • Arishta (Kräuterlikör): wird schnell resorbiert
  • Churna (Pulver): zur allgemeinen Anwendung
  • Ashwagandha Tabletten: als allgemeines Stärkungsmittel
  • Ashwagandha Gritha (Ashwagandha in Ghee aufbereitet): stärkend und aufbauend

Grundsätzlich kann Ashwagandha als eines der wichtigsten Stärkungsmittel im Ayurveda bezeichnet werden. Es regeneriert die Gewebe, speziell das Plasma (Rasa Dhatu) und Muskelgewebe (Mamsa Dhatu).

Bei richtiger Anwendung können wir uns mit dem Ashwagandha Strauch eine der Kostbarkeiten des Pflanzenreiches nutzbar machen, um Gesundheit zu bewahren oder Auswirkungen der täglichen Stressbelastung zu mindern.

Hinweis:

Die hier gemachten Wirkaussagen sind nur gültig im Zusammenhang mit der ayurvedischen Gesundheitslehre und deren Terminologie. Physiologische und psychologische Störungen gelten nur im Zusammenhang mit den Doshas. Es handelt sich nicht um Krankheiten im Verständnis westlicher Wissenschaft. Es gibt keine pharmakologische und krankheitsheilende Wirkung im Sinne der westlichen Wissenschaft. Ashwagandha wird lediglich als Nahrungs-ergänzungs- und Lebensmittel verwendet. Es ist kein Arzneimittel.

 

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Michael Rohrschneider

Michael Rohrschneider, Heilpraktiker (Psychotherapie und Naturheilverfahren), Ayurveda-Spezialist, Pancha-Karma-Therapeut, Seminarleiter, Meditationslehrer. Seit 1990 im Ayurveda tätig. Seit 8 Jahren Leiter des Zentrums für Ayurveda-Medizin Hamburg. Ausbildungen in Indien an verschiedenen Kliniken und Hospitälern in Pune und Nagpur und am Ayurveda College in Coimbatore.