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Medizin : 

Diabetes - Zuckerkrankheit

Diabetes - Zuckerkrankheit

Erfahrungen aus der Praxis

BluttropfenMan unterscheidet in der Schulmedizin Typ I und Typ II Diabetes. Typ I muss zwingend mit dem blutzuckersenkenden Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin behandelt werden, da schwere Schäden an den Blutgefäßen, den Augen, Nieren und den Nerven entstehen können.

Wesentlich häufiger als der Typ I Diabetes ist der Typ II, der „Altersdiabetes“, der bei Risikofaktoren wie Übergewicht und falscher Ernährung, aber auch bei genetischer Veranlagung schon in jungen Jahren auftreten kann. Er wird zunächst durch Diät und zuckersenkende Medikamente behandelt, ohne gleich insulinpflichtig zu sein. Im Ayurveda zählt der Diabetes zu den „Santarpanajanga Vyadhi“, d. h. zu den Krankheiten, die durch Überernährung entstehen. Ein Hauptsymptom des unbehandelten Diabetes ist der vermehrte Durst und die große Urinmenge, die der Kranke produziert („Prameha“ = Polyurie).

Eine Ursache ist nach Ayurveda eine Kaphavermehrung, die durch eine kaphavermehrende Lebensweise und Ernährung bedingt ist, sowie durch genetische Disposition. Es können aber auch Vata und Pitta gestört sein, je nach Komplikationen. Die ayurvedische Therapie ist in erster Linie die Ernährungstherapie. Es werden Hülsenfrüchte wie Mungbohnen, Kichererbsen und Linsen empfohlen, da diese einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirken und übermäßiges Kapha reduzieren. Der Stoffwechsel sollte durch erwärmende Gewürze wie Nelken, Zimt, Schwarzer Pfeffer, Bockshornklee, Asa foetida, Kurkuma angeregt werden. Im Zimt wurde unlängst auch von der modernen Wissenschaft ein blutzuckersenkender Stoff entdeckt! Kardamom und Muskat, sowie schwarzer Pfeffer wirken besonders gegen die Polyurie.

Bezüglich der Lebensweise bei Diabetes empfiehlt der Ayurveda regelmäßige körperliche Bewegung und moderaten Sport. Auch rege geistige Aktivität ist empfohlen, um Kapha zu reduzieren. Bei Ama- (Schlackenstoffe) Ansammlung ist eine Reinigungskur (Panchakarma) angezeigt.

Als Medikation kann Shilajit, Guggul, Guduchi, Amalaki, Nimb oder Karela eingesetzt werden.

Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion sehr wichtig.

Abschließend ist zu bemerken, dass jede Form von Diabetes eine ernste Erkrankung darstellt. Viele Diabetiker sterben früh an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erblinden, erleiden Amputationen und werden dialysepflichtig wegen Nierenversagen. Deshalb gehört die Behandlung in die Hände erfahrener Ärzte, die die Therapieumstellung in Richtung ayurvedischer Behandlung, um chemische Medikamente einzusparen, auch überwachen können.

Ayurveda Journal 4 · Seite 12

Dr. med. Stefan Rößler
1963 Studium der Medizin in Erlangen
1994 Akupunkturausbildung und erste Kontakte zu Ayurveda in Sri Lanka
Ausbildung in Sportmedizin und Chirotherapie
Seit 1997 niedergelassen in privater allgemeinmedizinischer Gemeinschaftspraxis (Schwerpunkte: Ayurveda, Akupunktur, westliche Naturheilverfahren), Zahlreiche Veröffentlichungen in Fach- und Laienpresse, Ausbildungsleiter der Ayurveda-Ausbildung für Ärzte des Ayoga e.V.
www.gemeinschaftspraxis-wasserburg.de
Tel.: 08382 – 998 191

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